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Lernen & Arbeit

Umschulung mit 50: wer zahlt, wie lange, welche Berufe

Eine Umschulung geht auch mit 50, 55 oder 58: Im Gesetz steht keine Altersgrenze. Sie dauert meist zwei Jahre, ein Drittel kürzer als eine Ausbildung. Die Arbeitsagentur kann Kurs, Fahrten und Kinderbetreuung bezahlen, das Arbeitslosengeld läuft währenddessen weiter.

Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Sozialgesetzbuch III und VI, Sozialgesetzbuch IX, Merkblatt und Weisungen der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse und Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Deutsche Rentenversicherung

Auf einen Blick

Stimmt

  • Für die Umschulung gibt es keine Altersgrenze
  • Das Arbeitslosengeld läuft während der Umschulung weiter
  • Wer für eine Umschulung mit Bildungsgutschein kündigt, bekommt keine Sperrzeit

Stimmt nicht

  • Ab 55 fördert die Arbeitsagentur keine Umschulung mehr
  • Einen Anspruch auf Umschulung hat jeder
  • Für Weiterbildung im Job zahlt man ab 45 immer selbst mit
Dauer
meist zwei Jahre
Weiterbildungsgeld
150 Euro im Monat für Arbeitslose
Prämien
1.000 Euro nach der Zwischenprüfung, 1.500 Euro nach dem Abschluss
Arbeitslosengeld ab 58
bis zu 24 Monate
Engpassberufe
157 laut Arbeitsagentur

Wer zahlt die Umschulung?

Meist die Arbeitsagentur. Sie gibt einen Bildungsgutschein, wenn sie die Umschulung für nötig hält, um Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden. Du musst also nicht erst arbeitslos sein. Wenn die Kündigung droht, reicht das auch. Vorher gibt es ein Beratungsgespräch, und Kurs und Bildungsträger müssen zugelassen sein. Einen Anspruch hat niemand, die Agentur entscheidet im Einzelfall.

Bezahlen kann sie:

  • die Kursgebühren samt Prüfung
  • die Fahrten zum Kurs
  • Unterkunft und Verpflegung, wenn der Kurs weit weg ist
  • 160 Euro im Monat je Kind für die Betreuung

Bist du noch angestellt, geht es auch über den Betrieb. Die Arbeitsagentur fördert Weiterbildung für Beschäftigte, wenn der Kurs mehr als 120 Stunden hat und der Berufsabschluss mindestens zwei Jahre her ist. Wie viel der Betrieb zuzahlt, hängt von seiner Größe ab.

Weiterbildung im Job, wer wie viel trägt
BetriebAnteil des Arbeitgebers an den KurskostenZuschuss der Agentur zum Lohn
unter 50 Beschäftigtenichts75 Prozent
50 bis 499 Beschäftigte50 Prozent50 Prozent
ab 500 Beschäftigte75 Prozent25 Prozent

Gilt im Betrieb ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung zur Weiterbildung, sinkt der Anteil des Arbeitgebers um 5 Prozentpunkte, der Zuschuss steigt um 5. Und in Betrieben unter 500 Leuten soll der Arbeitgeber bei Beschäftigten ab 45 gar nichts zu den Kurskosten zuzahlen müssen.

Musst du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, ist oft die Rentenversicherung zuständig. Sie kann eine Umschulung in einen ganz neuen Beruf zahlen und überweist währenddessen Übergangsgeld. Meist braucht man dafür 15 Versicherungsjahre. Wer schon eine Altersrente bezieht, bekommt das nicht mehr.

Wie lange dauert eine Umschulung?

In der Regel zwei Jahre. Das Gesetz verlangt, dass eine Umschulung um mindestens ein Drittel kürzer ist als die normale Ausbildung, bei einem dreijährigen Beruf also zwei Jahre. In Teilzeit oder als Fernkurs dauert es länger. Bei einer Umschulung im Betrieb gibt es in der Regel eine Ausbildungsvergütung, beim Bildungsträger nicht.

Wovon lebe ich während der Umschulung?

Das Arbeitslosengeld läuft weiter, und zwar mit einem Rabatt: Zwei Tage Umschulung verbrauchen nur einen Tag vom Anspruch. Vier Monate Umschulung kosten also zwei Monate Arbeitslosengeld. Dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung gibt es 1.000 Euro, für den Abschluss noch einmal 1.500 Euro.

Wie lange das Arbeitslosengeld reicht, hängt vom Alter ab.

Arbeitslosengeld, längste Dauer nach Alter
Alterlängste DauerVoraussetzung
unter 5012 Monate
ab 5015 Monate30 Monate versichert
ab 5518 Monate36 Monate versichert
ab 5824 Monate48 Monate versichert

Was dabei oft untergeht: Kündigst du selbst, um eine Umschulung zu machen, gibt es keine Sperrzeit. Die Bedingung ist, dass du den Bildungsgutschein schon hast oder er dir zugesagt ist, wenn du kündigst.

Kann ich mit 58 oder 60 noch eine Umschulung machen?

Ja, eine Altersgrenze gibt es nicht. Die Arbeitsagentur prüft aber, ob sich die Umschulung für den Arbeitsmarkt lohnt. Die Rechnung ist einfach: Wer mit 58 anfängt, ist mit 60 fertig. Bis zur Regelaltersgrenze von 67 bleiben dann noch rund sieben Jahre im neuen Beruf.

Ältere bekommen allerdings seltener eine geförderte Weiterbildung, als ihr Anteil an den Arbeitslosen erwarten ließe. Das zeigt die Statistik der Arbeitsagentur. Manche bringen ins Beratungsgespräch eine Stellenanzeige mit oder einen Betrieb, der Leute mit dem neuen Abschluss sucht.

Welche Berufe sind gefragt?

Die Arbeitsagentur zählt 157 Berufe, in denen Fachkräfte fehlen. Die meisten liegen in der Pflege, in medizinischen Berufen, am Bau und im Handwerk. Auch Köchinnen und Köche, Berufskraftfahrer und Erzieherinnen werden gesucht. Wo Fachkräfte fehlen, lässt sich eine Umschulung bei der Agentur leichter begründen.

Nicht jeder Wechsel braucht eine Umschulung. Beim Quereinstieg mit 55 zählt, was du schon kannst. Die Speditionskauffrau kennt die Abläufe im Lager, der Elektriker kann Haustechnik. Oft reicht dann ein kürzerer Kurs, und der Betrieb lernt dich im Job an.

Lohnt sich eine Umschulung mit 55?

Nach einer geförderten Weiterbildung hat die Hälfte der über 55-Jährigen ein halbes Jahr später eine Stelle mit Sozialversicherung. Über alle Altersgruppen sind es 61 Prozent. Das Forschungsinstitut der Arbeitsagentur hat außerdem gemessen: Kurze Weiterbildungen wirken bei über 55-Jährigen sogar stärker als bei Jüngeren. Für Umschulungen gibt es diese Zahl nach Alter nicht. Über alle Altersgruppen wirken sie aber auf lange Sicht am stärksten.

Häufige Fragen

Bis zu welchem Alter kann man eine Umschulung machen?

Eine Altersgrenze steht nicht im Gesetz. Die Arbeitsagentur entscheidet im Einzelfall und prüft, ob sich die Umschulung für den Arbeitsmarkt lohnt.

Was bekomme ich während der Umschulung?

Arbeitslose bekommen weiter Arbeitslosengeld und 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat. Dazu kommen 1.000 Euro für die bestandene Zwischenprüfung und 1.500 Euro für den Abschluss.

Muss ich arbeitslos sein, um eine Umschulung zu bekommen?

Nein. Die Arbeitsagentur fördert auch, wenn Arbeitslosigkeit droht. Bist du beschäftigt, geht Weiterbildung auch über den Betrieb mit Zuschuss der Agentur.

Wer zahlt die Umschulung, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kann?

Meist die Rentenversicherung, wenn du 15 Versicherungsjahre hast. Sie zahlt dann auch Übergangsgeld.

Wie lange dauert eine Umschulung?

In der Regel zwei Jahre, ein Drittel kürzer als die Ausbildung. In Teilzeit länger.

Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche, rechtliche, steuerliche oder sonstige fachliche Beratung.

Zuletzt geprüft am 02.10.2026

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Sven Schultz, Gründer von gen50

Gründer von gen50

Sven Schultz

Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.

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