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Gesundheit · Dein Fitness-Alter

Wie viel Watt beim Belastungs-EKG?

Ein Mann mit 70 Jahren und 80 Kilogramm kommt auf rund 144 Watt. Die Sollleistung hängt nicht nur vom Alter ab, sondern auch vom Körpergewicht: Für Männer gilt als Richtwert 3 Watt je Kilogramm, für Frauen 2,5 Watt je Kilogramm — beides abzüglich 10 Prozent je Jahrzehnt ab 30, anteilig gerechnet.

Der Rechner unten macht die Rechnung für deine Werte. Wer seine erreichte Wattzahl kennt, bekommt dazu eine zweite Zahl: wo dieser Wert in der Verteilung Gleichaltriger liegt.

Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am

Auf einen Blick

Richtwert Männer
3 Watt je Kilogramm Körpergewicht
Richtwert Frauen
2,5 Watt je Kilogramm Körpergewicht
Alter
10 Prozent weniger je Jahrzehnt ab 30, anteilig
Beispiel
Mann, 70 Jahre, 80 kg: rund 144 Watt

Wer nach „wie viel Watt mit 70“ sucht, findet meist Tabellen ohne Gewichtsangabe. Das führt in die Irre: Zwei gleichaltrige Menschen mit 60 und 95 Kilogramm haben völlig verschiedene Sollwerte.

Sollleistungs-Rechner

Deine Sollleistung

Trag Alter, Geschlecht und Gewicht ein. Wenn du deinen Wert aus der Untersuchung kennst, kannst du ihn zum Vergleich dazuschreiben.

Steht im Befund, meist als „max. Belastung“ oder „Abbruch bei“.

Die Vergleichswerte stammen aus einer niederländischen Untersuchung an gesunden Freiwilligen zwischen 55 und 75 Jahren. Dort wurde anders getestet als beim Belastungs-EKG, die Werte liegen deshalb höher. Was das heißt, steht unter „Woher die Zahlen kommen“.

Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.

Die Sollleistung ist ein Richtwert, kein Prüfungsergebnis. Ob eine Untersuchung unauffällig war, entscheidet nicht die Wattzahl allein, sondern das EKG-Bild, der Blutdruckverlauf und der Grund für den Abbruch.

Woher die Zahlen kommen

Die Formel ist in Deutschland seit Jahrzehnten gebräuchlich und steckt in der Software vieler Ergometer. Gewonnen wurde sie an Erwachsenen bis etwa 64 Jahren; für höhere Altersgruppen wird sie fortgeschrieben.

Eigene Messwerte für 65- bis 75-Jährige gibt es in Deutschland nicht. Zwei europäische Fachgesellschaften haben 2026 knapp 6.000 Datensätze aus 17 Zentren zusammengetragen, um Referenzbereiche für die maximale Wattleistung aufzustellen — und sind daran gescheitert, weil die Testverfahren zwischen den Zentren zu unterschiedlich waren.

Deshalb steht neben der Formel eine zweite Zahl. Wer seinen erreichten Wert einträgt, sieht ihn in Watt je Kilogramm und daneben, wo er in der Verteilung Gleichaltriger liegt: Grundlage ist eine niederländische Untersuchung an 632 Menschen zwischen 55 und 75 Jahren, getrennt nach Geschlecht und Fünfjahresgruppe. Ausgegeben wird ein Band zwischen zwei Perzentilen, keine exakte Zahl — genauer geben die Daten es nicht her.

Zwei Dinge gehören dazu. Erstens wurde dort anders getestet: eine schnell steigende Belastung bis zur Erschöpfung, kein Stufentest, der endet, wenn der Zielwert erreicht ist. Die Werte liegen deshalb deutlich höher als beim Belastungs-EKG. Zweitens waren es gesunde Freiwillige — wer eine Herz- oder Lungenkrankheit oder eine aktive Krebserkrankung hatte, war ausgeschlossen. Eine Durchschnittsbevölkerung ist das nicht.

Unter 55 und über 75 Jahren zeigt der Rechner die zweite Zahl nicht an. Für diese Alter gibt es in der Untersuchung keine Vergleichswerte.

Was die Wattzahl im Alltag bedeutet

Watt misst, wie viel Arbeit du auf dem Fahrradergometer leistest. Die Zahlen lassen sich in Bewegungen übersetzen, die jeder kennt.

Wattbereiche und was ihnen im Alltag entspricht
WattEntspricht etwa
25–50Gehen in normalem Tempo
55–75Zügiges Gehen, Treppensteigen
130–150Laufen, zügiges Radfahren
ab 150Deutliche körperliche Anstrengung

Die Zuordnung hängt vom Körpergewicht ab: Die Watt-Angaben gelten für rund 75 Kilogramm. Wer schwerer ist, braucht für dieselbe Bewegung mehr Watt, wer leichter ist, weniger.

Daran lässt sich ablesen, was die Sollleistung im Alltag bedeutet: Wer 144 Watt schafft, liegt deutlich über dem, was Treppensteigen und ein zügiger Spaziergang verlangen.

Wie die Untersuchung abläuft

Du sitzt auf einem Fahrradergometer, EKG-Elektroden auf der Brust, Blutdruckmanschette am Arm. Die Belastung beginnt in der Regel bei 50 Watt, bei geringerer Belastbarkeit bei 25 Watt, und steigt alle zwei Minuten um dieselbe Stufe. Getreten wird in gleichmäßigem Tempo, bei 60 bis 80 Umdrehungen pro Minute.

Beendet wird, wenn der Zielpuls erreicht ist oder die Belastung nicht mehr durchgehalten wird — oder vorher, wenn Beschwerden auftreten, der Blutdruck zu stark steigt oder das EKG Auffälligkeiten zeigt. Die Sollleistung allein beendet die Untersuchung nicht.

Warum viele früher abbrechen

Ein häufiger Abbruchgrund ist nicht das Herz, sondern die Beine. Wer selten Rad fährt, ermüdet muskulär, bevor das Herz an seine Grenze kommt. Im Befund steht dann „Abbruch wegen muskulärer Erschöpfung“ — und das ist eine Aussage über Training, nicht über die Herzgesundheit.

Häufige Fragen

Wie viel Watt sollte man mit 70 Jahren schaffen?

Das hängt vom Gewicht ab. Ein Mann mit 80 Kilogramm kommt auf rund 144 Watt, mit 70 Kilogramm auf etwa 126. Eine Frau mit 65 Kilogramm liegt bei rund 98 Watt, mit 75 Kilogramm bei etwa 113. Die Formel steht oben im ersten Absatz.

Ist es schlimm, wenn ich die Sollleistung nicht erreiche?

Nicht automatisch. Entscheidend ist, warum abgebrochen wurde. Muskuläre Erschöpfung bei jemandem, der nie Rad fährt, ist etwas anderes als Brustschmerz oder EKG-Veränderungen. Die Wattzahl allein ist kein Befund.

Wie hoch darf der Puls dabei werden?

Dafür gibt es zwei Formeln, und sie liefern verschiedene Zahlen. Die bekannte Faustformel lautet 220 minus Alter: mit 70 Jahren rund 150 Schläge. Die genauere Formel lautet 208 minus 0,7 mal Alter: mit 70 Jahren rund 159 Schläge.

Der Unterschied wächst mit dem Alter — mit 50 Jahren sind es drei Schläge, mit 70 neun. Er kommt daher, dass die Faustformel den Maximalpuls Älterer systematisch zu niedrig ansetzt. Die genauere Formel stammt aus einer Auswertung von 351 Studien mit zusammen rund 18.700 Personen. Um sie herum streuen die gemessenen Werte um rund zehn Schläge nach oben und unten; das ist die Standardabweichung aus derselben Auswertung.

Beide Zahlen stehen hier, weil viele Rechner im Netz weiter mit der Faustformel arbeiten. Dort fällt das Ergebnis niedriger aus als im Rechner oben, der mit der genaueren Formel rechnet.

Wer Betablocker nimmt, erreicht diese Werte nicht — das Medikament begrenzt die Herzfrequenz, und die Untersuchung wird entsprechend anders beurteilt.

Kann ich die Wattzahl verbessern?

Ja. Ausdauertraining verbessert die maximale Leistung. Auf dem Ergometer wirkt Radfahren direkter als Gehen — die Muskulatur ist eine andere.

Was kostet die Untersuchung?

Bei medizinischem Anlass übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Als Selbstzahlerleistung, etwa im Rahmen eines Sportchecks, wird sie privat abgerechnet. Die Preise schwanken stark.

Zuletzt geprüft am 14.09.2026

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Sven Schultz, Gründer von gen50

Gründer von gen50

Sven Schultz

Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.

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