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Lebenserwartung berechnen
Ein heute 70-jähriger Mann wird im Schnitt 84,4 Jahre alt, eine 70-jährige Frau 87. Das sind 5,6 Jahre mehr bei Männern und 3,6 Jahre mehr bei Frauen, als die bekannten Zahlen 78,8 und 83,4 vermuten lassen — denn die gelten für Neugeborene, nicht für dich.
Je älter jemand wird, desto höher steigt die erwartete Lebensspanne. Woran das liegt, steht weiter unten.
Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage ist die Sterbetafel des Statistischen Bundesamts
Auf einen Blick
Stimmt
- Je älter jemand wird, desto höher steigt die erwartete Lebensspanne
Stimmt nicht
- Die bekannten 78,8 und 83,4 Jahre gelten auch für Erwachsene
- Mann, 70 Jahre
- im Schnitt 84,4 Jahre
- Frau, 70 Jahre
- im Schnitt 87 Jahre
- 78,8 und 83,4 Jahre
- gelten für Neugeborene
- Grundlage
- Sterbetafel 2023/2025, Statistisches Bundesamt
Die Zahl, die in jedem Zeitungsartikel steht, beantwortet eine andere Frage als die, die du gerade stellst.
Nach der Sterbetafel des Statistischen Bundesamts
Wie viele Jahre stehen statistisch noch an?
Die Rechnung nutzt die Sterbetafel 2023/2025 — sie mittelt über drei Jahrgänge. Daneben gibt es eine Tafel für das Einzeljahr 2025, die bei Neugeborenen etwas höher liegt: 79,1 statt 78,8 Jahre für Männer und 83,6 statt 83,4 für Frauen. Beide sind richtig, sie messen Verschiedenes. Hier steht durchgehend die Dreijahrestafel, weil sie weniger schwankt. Die Rechnung sagt nichts über dich persönlich — sie sagt, wie lange Menschen mit demselben Alter und Geschlecht im Durchschnitt noch leben.
Belegte Werte liegen für 60 bis 80 Jahre vor. Die Jahre dazwischen werden aus diesen Werten genähert.
Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.
Warum die Zahl mit dem Alter steigt
Die Lebenserwartung bei Geburt ist ein Durchschnitt über alle, die geboren werden — einschließlich derer, die mit 40 an einem Herzinfarkt oder mit 55 an Krebs sterben. Diese Fälle ziehen den Schnitt nach unten.
Wer 70 geworden ist, gehört nicht mehr zu dieser Gruppe. Die Jahrzehnte mit höherer Sterblichkeit liegen hinter dir, und der Durchschnitt derer, die es bis hierher geschafft haben, liegt entsprechend höher. Statistiker nennen das die fernere Lebenserwartung.
| Alter heute | Frauen: noch | rechnerisch bis | Männer: noch | rechnerisch bis |
|---|---|---|---|---|
| bei Geburt | 83,4 | 83,4 | 78,8 | 78,8 |
| 60 Jahre | 25,4 | 85,4 | 21,9 | 81,9 |
| 65 Jahre | 21,1 | 86,1 | 18,0 | 83,0 |
| 70 Jahre | 17,0 | 87,0 | 14,4 | 84,4 |
| 80 Jahre | 9,7 | 89,7 | 8,2 | 88,2 |
An der letzten Zeile lässt sich das Prinzip am deutlichsten ablesen: Eine 80-jährige Frau hat statistisch bis 89,7 vor sich — über sechs Jahre mehr als die Zahl, die für Neugeborene gilt.
Was die Zahl nicht kann
Sie beschreibt eine Gruppe, nicht eine Person. In deinem Jahrgang wird jemand mit 72 sterben und jemand mit 96. Der Durchschnitt sagt über beide nichts.
Und sie ist eine Momentaufnahme. Die Periodensterbetafel unterstellt, dass die Sterblichkeit so bleibt, wie sie in den Jahren 2023 bis 2025 war. Tatsächlich ist die Lebenserwartung über das vergangene Jahrhundert stetig gestiegen. Wenn dieser Trend anhält, sind die Werte oben eher zu niedrig als zu hoch.
Was in dieser Rechnung nicht vorkommt: Rauchen, Bewegung, Gewicht, Blutdruck, Bildung, Einkommen, Wohnort. All das verschiebt die persönliche Erwartung teils erheblich — in beide Richtungen. Die Sterbetafel kennt nur Alter und Geschlecht.
Was sich beeinflussen lässt
Die Sterbetafel ist Statistik. Interessanter ist die Frage, was von den Jahren, die kommen, tatsächlich zu gebrauchen ist. Dafür gibt es einen eigenen Begriff: die gesunde Lebenserwartung — die Jahre ohne wesentliche Einschränkung.
Und dort greifen genau die Dinge, die messbar sind: Beinkraft, Ausdauer, Ruhepuls, tägliche Schritte. In der Kopenhagener Langzeitstudie starben Männer mit einem Ruhepuls zwischen 81 und 90 etwa doppelt so häufig wie Männer mit 50 oder darunter. Bei den Schritten sank das Sterberisiko für Menschen ab 60 bis etwa 6.000 bis 8.000 Schritte am Tag deutlich.
Keine dieser Zahlen verspricht ein bestimmtes Alter. Sie beschreiben, in welche Richtung sich etwas bewegt.
Häufige Fragen
Wie kann ich meine eigene Lebenserwartung berechnen?
Statistisch über die Sterbetafel, wie im Rechner oben — dabei zählen nur Alter und Geschlecht. Persönlich lässt sie sich nicht berechnen. Rechner, die aus Fragen zum Lebensstil ein Sterbejahr nennen, arbeiten mit Zuschlägen aus Studien; für eine einzelne Person lässt sich daraus kein Datum ableiten.
Kann eine KI meine Lebenserwartung berechnen?
Es gibt Forschungsmodelle, die aus Gesundheitsdaten Sterberisiken schätzen — sie arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten für Gruppen, nicht mit Vorhersagen für Einzelne. Für den Hausgebrauch ist eine KI hier nicht genauer als die Sterbetafel.
Warum leben Frauen länger als Männer?
Der Abstand liegt bei der Geburt bei etwa 4,6 Jahren und schrumpft mit dem Alter — mit 80 sind es noch anderthalb Jahre. Diskutiert werden hormonelle und genetische Faktoren, vor allem aber Verhaltensunterschiede: Rauchen, Alkohol, Risikoverhalten, Arztbesuche. Der Abstand ist über die Jahrzehnte kleiner geworden.
Was ist der Unterschied zwischen Perioden- und Kohortensterbetafel?
Die Periodensterbetafel rechnet mit der Sterblichkeit von heute und schreibt sie fort. Die Kohortensterbetafel versucht, künftige Verbesserungen einzurechnen, und kommt deshalb auf höhere Werte. Die Zahlen oben sind Periodenwerte — die vorsichtigere Variante.
Zuletzt geprüft am 14.09.2026
Gründer von gen50
Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.
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