Gesundheit · Dein Fitness-Alter
Lungenvolumen mit 60 und 70
Im Lungenfunktionsbefund steht das Ergebnis als Prozent des Sollwerts: 100 Prozent ist der Erwartungswert für Alter, Größe und Geschlecht, das Alter ist darin bereits eingerechnet.
Das Volumen selbst erreicht um das 30. Lebensjahr seinen Höchststand und nimmt danach langsam ab. Bei gesunden Menschen bleibt so viel Reserve, dass die körperliche Leistungsfähigkeit dadurch nicht eingeschränkt wird. Atemnot beim Treppensteigen mit 65 geht deshalb selten auf zu wenig Lunge zurück, häufiger fehlt Ausdauer.
Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage sind die Referenzwerte der Global Lung Function Initiative
Auf einen Blick
Stimmt
- 100 Prozent im Befund ist der Erwartungswert für Alter, Größe und Geschlecht
- Das Alter ist im Prozentwert schon eingerechnet
Stimmt nicht
- Atemnot beim Treppensteigen liegt meist an zu wenig Lunge
- Höchststand
- um das 30. Lebensjahr, danach langsame Abnahme
- Bei Gesunden
- genug Reserve, die Leistungsfähigkeit bleibt
Die Frage nach dem Lungenvolumen mit 60 oder 70 kommt selten aus Neugier, sondern wenn jemand merkt, dass er schneller außer Puste ist als früher. Die genauere Antwort ist etwas verwickelter als der Prozentwert.
Was gemessen wird
Beim Lungenfunktionstest, der Spirometrie, sind zwei Werte entscheidend.
| Wert | Was er bedeutet |
|---|---|
| Vitalkapazität | Die Luftmenge, die nach tiefstem Einatmen wieder ausgeatmet werden kann. Bei gesunden Erwachsenen etwa drei bis sechs Liter |
| FEV1 | Der Anteil der Luft, der in der ersten Sekunde kräftig ausgeatmet wird. Der Erwartungswert sinkt mit den Jahren und wird über Referenzgleichungen für Alter, Größe, Geschlecht und Herkunft bestimmt, nicht über eine feste Prozentgrenze |
Eine feste Tabelle „Lungenvolumen nach Alter“ gibt es nicht. Der Sollwert hängt neben dem Alter auch von Körpergröße, Geschlecht und Herkunft ab. Eine 1,55 Meter große Frau und ein 1,90 Meter großer Mann desselben Jahrgangs haben völlig unterschiedliche Sollwerte.
Die heute übliche Berechnungsgrundlage stammt von der Global Lung Initiative aus dem Jahr 2012. Sie beruht auf Messungen an 74.187 gesunden Menschen zwischen 3 und 95 Jahren. Der Befund zeigt deshalb keinen Literwert allein, sondern einen Prozentwert: wie viel du im Vergleich zu Menschen mit deinen Merkmalen erreichst.
Wenn im Befund „85 Prozent des Solls“ steht, heißt das nicht 15 Prozent Lunge weniger als früher. Es heißt: 85 Prozent dessen, was für Menschen deines Alters, deiner Größe und deines Geschlechts erwartet wird — das Alter ist bereits eingerechnet.
Der gen50-Fitnesscheck
Was du zuhause messen kannst
Die Lunge selbst misst nur der Arzt. Was du selbst festhalten kannst, ist dein heutiger Stand: wie viele Stockwerke du ohne Pause schaffst und wie viele Schritte du an einem normalen Tag gehst. Für Stockwerke gibt es keine Vergleichswerte nach Alter. Die Zahl taugt deshalb nicht zum Vergleich mit anderen, wohl aber zum Vergleich mit dir selbst in ein paar Wochen.
In zügigem Tempo, ohne stehen zu bleiben. Für den späteren Vergleich dieselbe Treppe nehmen.
Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.
Wann es doch die Lunge ist
Es gibt Anzeichen, bei denen die Vermutung „nur untrainiert“ nicht mehr trägt. Dazu gehören Atemnot, die in Ruhe auftritt oder nachts weckt, Husten über mehr als acht Wochen, pfeifende Geräusche beim Ausatmen, und eine Luftnot, die sich über Wochen verschlechtert statt gleich zu bleiben.
Nach einer Raucherhistorie zeigt ein Lungenfunktionstest auch ohne Beschwerden, wie viel Spielraum noch da ist. Eine COPD entwickelt sich über Jahre unbemerkt, weil der Körper die Belastung meidet, statt sie zu spüren — man geht langsamer, nimmt den Aufzug, und merkt nicht, dass sich der Spielraum verkleinert hat.
Was der Lunge tatsächlich hilft
Das Volumen selbst lässt sich durch Training kaum vergrößern. Was sich verbessert, ist alles andere: die Atemmuskulatur, die Effizienz der Sauerstoffaufnahme, die Leistung von Herz und Kreislauf. Das Ergebnis fühlt sich an wie mehr Luft.
Wirksam ist zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen, regelmäßig und in einem Tempo, bei dem Sprechen gerade noch geht. Nach einem Rauchstopp verlangsamt sich die jährliche Abnahme der Lungenfunktion wieder auf das Maß, das ohne Rauchen zu erwarten ist.
Häufige Fragen
Wie viel Prozent Lungenvolumen sind mit 60 normal?
Im Befund ist der Prozentwert immer auf Menschen gleichen Alters, gleicher Größe und gleichen Geschlechts bezogen — das Alter ist also schon berücksichtigt. Werte um 100 Prozent sind der Erwartungswert, alles deutlich darunter wird ärztlich eingeordnet. Ein absoluter Literwert für „60-Jährige“ lässt sich nicht angeben, weil die Körpergröße zu stark hineinspielt.
Nimmt das Lungenvolumen mit den Jahren zwangsläufig ab?
Ja, ab etwa dem 30. Lebensjahr, langsam und bei allen. Entscheidend ist die Reserve: Sie ist so groß, dass gesunde Menschen davon im Alltag nichts merken. Spürbar wird es, wenn zusätzlich etwas hinzukommt — Rauchen, eine chronische Erkrankung oder jahrelange Bewegungsarmut.
Kann man das Lungenvolumen trainieren?
Das reine Volumen kaum. Trainierbar sind Atemmuskulatur, Sauerstoffaufnahme und Kreislauf — und das reicht, damit sich dieselbe Treppe leichter anfühlt. Atemtrainingsgeräte können bei bestimmten Erkrankungen sinnvoll sein, ersetzen aber bei Gesunden kein Ausdauertraining.
Wo kann ich einen Lungenfunktionstest machen lassen?
Bei der Hausärztin oder in einer pneumologischen Praxis. Die Untersuchung dauert wenige Minuten und wird bei Beschwerden oder Raucherhistorie von der Kasse übernommen. Man atmet mehrfach kräftig in ein Mundstück — das Ergebnis liegt sofort vor.
Zuletzt geprüft am 14.09.2026
Gründer von gen50
Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.
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