Reisen
Urlaub gegen Hand: Wie funktioniert das?
Bei Urlaub gegen Hand hilfst du ein paar Stunden am Tag mit, auf einem Hof, in einer Pension oder im Garten, und bekommst dafür Unterkunft und Essen. Geld fließt keins. Vermittelt wird meist über Plattformen wie WWOOF oder Workaway, die einen Jahresbeitrag kosten. Üblich sind rund 25 Stunden in der Woche. Eine Altersgrenze nach oben gibt es bei Workaway nicht.
Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Mitgliederordnung von WWOOF Deutschland, Angaben von Workaway, Bundesagentur für Arbeit, Bürgerliches Gesetzbuch, Mindestlohngesetz
Auf einen Blick
Stimmt
- Mithelfen gegen Kost und Logis, ohne Lohn
- Die Plattformen kosten einen Jahresbeitrag
- Bei Workaway gibt es keine Altersgrenze nach oben
Stimmt nicht
- Die Plattform versichert dich
- Urlaub gegen Hand ist immer Ehrenamt
- WWOOF Deutschland
- 35 Euro im Jahr, zu zweit 55
- Mithilfe bei WWOOF
- rund 25 Stunden pro Woche
- Workaway
- 4 bis 5 Stunden an 5 Tagen
- WWOOF
- in über 130 Ländern
Wie funktioniert Urlaub gegen Hand?
Du legst ein Profil auf einer Plattform an, liest die Angebote der Gastgeber und schreibst die an, die dich reizen. Das kann ein Biohof in der Uckermark sein, ein Olivenhain in Spanien oder eine kleine Pension an der Nordsee. Ihr klärt vorher, was zu tun ist, wie lange du bleibst und wo du schläfst. Dann packst du mit an, morgens im Stall oder nachmittags beim Unkraut, und sitzt abends mit am Tisch.
Die bekannteste Plattform ist WWOOF. Sie vermittelt Mithilfe auf ökologischen Höfen und hat Landesorganisationen in über 130 Ländern. Breiter aufgestellt ist Workaway, dort bieten auch Familien, Pensionen und Projekte Plätze an.
Wie viele Stunden hilft man mit?
Das regelt jede Plattform etwas anders, die Richtwerte liegen nah beieinander.
| Plattform | Stunden | Freie Zeit |
|---|---|---|
| WWOOF | fünf halbe Tage pro Woche, rund 25 Stunden | mindestens ein freier Tag |
| Workaway | meist 4 bis 5 Stunden am Tag an 5 Tagen | zwei freie Tage |
Was genau „halber Tag“ heißt, sprichst du am besten vorher mit dem Gastgeber ab. Heuernte und Hofladen am Samstag fühlen sich unterschiedlich lang an.
Was kostet Urlaub gegen Hand?
Übernachtung und Essen bezahlst du mit deiner Mithilfe. Kosten entstehen für die Anreise und den Beitrag der Plattform. Bei WWOOF Deutschland sind das 35 Euro im Jahr, zu zweit 55 Euro, für zwölf Monate. Ältere Angaben im Netz nennen noch 25 Euro, die sind überholt. Workaway kostet je nach Tarif um 60 bis 90 Euro im Jahr.
Gibt es eine Altersgrenze?
Bei Workaway nicht. Die Plattform nennt ausdrücklich keine Obergrenze, nur ein Mindestalter von 18 Jahren für ein eigenes Profil. Was du dir zutraust, klärst du mit dem Gastgeber. Wer lieber im Garten hilft als beim Zaunbau, sagt das gleich in der ersten Nachricht.
Bin ich dabei versichert?
Nicht über die Plattform. WWOOF Deutschland schreibt in seiner Mitgliederordnung, dass jeder selbst für seinen Versicherungsschutz sorgt. Ob Helfer über den Gastgeber gesetzlich unfallversichert sind, hängt vom Einzelfall ab. Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung gehören deshalb vor der Abreise auf die Liste, im Ausland auch eine Auslandsreise-Krankenversicherung.
Ist das Arbeit oder Urlaub?
Das ist nicht ganz eindeutig. WWOOF Deutschland sagt, die Aufenthalte seien kein Arbeitsverhältnis: Der Hof darf dir keine Anweisungen geben wie ein Chef, und beide Seiten können jederzeit aufhören. Das Gesetz schaut aber nicht auf den Namen, sondern darauf, wie es tatsächlich läuft. Wer weisungsgebunden und fremdbestimmt arbeitet, ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch Arbeitnehmer. Für Arbeitnehmer gilt der Mindestlohn, für Ehrenamtliche nicht.
Außerhalb der EU kommt eine zweite Frage dazu. Ob du mit einem Touristenvisum mithelfen darfst, entscheidet das Zielland. Die Plattformen beraten dazu nicht.
Wie finde ich einen guten Gastgeber?
Lies das Profil ganz, auch die Bewertungen früherer Helfer. Frag nach, wie ein normaler Tag aussieht, wo du schläfst und wer kocht. Ein Telefonat vor der Zusage sagt oft mehr als zehn Nachrichten. Und plan die erste Station nicht zu lang. Zwei Wochen reichen, um zu merken, ob es passt.
Häufige Fragen
Wie viel kostet WWOOF?
WWOOF Deutschland kostet 35 Euro im Jahr, für zwei Personen 55 Euro. Die Mitgliedschaft gilt zwölf Monate und gibt Zugang zu den Höfen in Deutschland. Für andere Länder brauchst du die Mitgliedschaft der jeweiligen Landesorganisation.
Kann ich Urlaub gegen Hand auch mit über 60 machen?
Ja. Workaway nennt ausdrücklich keine Altersgrenze nach oben. Wichtiger als das Alter ist, dass die Aufgaben passen. Das klärst du mit dem Gastgeber vor der Zusage.
Bekomme ich für die Mithilfe Geld?
Nein. Du bekommst Unterkunft und Essen, aber keinen Lohn. Ob das rechtlich Arbeit ist, hängt davon ab, wie die Mithilfe tatsächlich abläuft. Eine amtliche Einstufung für Plattformen wie WWOOF haben wir nicht gefunden.
Muss ich mich selbst versichern?
Ja. Bei WWOOF Deutschland ist keine Versicherung enthalten, jeder sorgt selbst dafür. Das betrifft Kranken-, Unfall- und Haftpflichtschutz. Für das Ausland kommt eine Auslandsreise-Krankenversicherung dazu.
Zuletzt geprüft am 23.09.2026
Gründer von gen50
Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.
Schreib mir