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Reisen

Mit dem Wohnmobil nach Norwegen: Was gilt, und wie planst du die Route?

In Norwegen zahlst du Maut automatisch per Kamera. Am einfachsten meldest du dein Wohnmobil vorher online an, dann kommt die Rechnung ohne Aufschlag. Übernachten darfst du auch außerhalb von Campingplätzen: am Rand von Wegen, mit 150 Metern Abstand zu Häusern und meist höchstens zwei Nächte am selben Ort. Die Promillegrenze liegt bei 0,2.

Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: norwegisches Mautsystem AutoPASS und das Portal Epass24, norwegisches Umweltdirektorat, norwegischer Zoll, norwegische Straßenbehörde, norwegischer Wetterdienst

Auf einen Blick

Stimmt

  • Für die Maut brauchst du kein Gerät
  • Freistehen ist erlaubt, mit Regeln
  • Die meisten Wohnmobile bis 7,5 Tonnen dürfen so schnell fahren wie Pkw

Stimmt nicht

  • Im Wohnmobil darf man überall übernachten
  • Ohne Mautbox gibt es Strafe
Tempo
außerorts 80 km/h, auf ausgebauten Straßen bis 110
Promillegrenze
0,2
Licht
auch am Tag Pflicht
Zollfrei
1 l Spirituosen, 1,5 l Wein, 2 l Bier
Fähre Kiel–Oslo
rund 20 Stunden

Wie funktioniert die Maut in Norwegen?

An den Mautstellen fotografiert eine Kamera das Kennzeichen, anhalten musst du nirgends. Für ausländische Fahrzeuge gibt es drei Wege. Welcher passt, hängt vor allem am Gewicht des Wohnmobils.

Drei Wege, die Maut zu zahlen
WegWas du tustWas es bedeutet
Nichts anmeldeneinfach fahrenDie Rechnung kommt nach Hause, dazu eine Gebühr für die Halterabfrage, für Deutschland 5,10 Euro (Stand Mai 2025)
Online registrierenvor der Reise bei Epass24 anmelden, ohne GerätDie Rechnung kommt ohne Zusatzgebühr
Vertrag mit Gerätein AutoPASS-Gerät vorher bestellen, an der Grenze gibt es keinsan den meisten Mautstellen 20 Prozent Rabatt

Was ist anders mit einem Wohnmobil über 3,5 Tonnen?

Zwei Dinge. Bei der Maut zahlen schwere Wohnmobile den günstigen Pkw-Tarif nur mit Gerät und gültigem Vertrag, sonst gilt der teurere Tarif. Eine Pflicht zum Gerät gibt es für privat genutzte Wohnmobile aber nicht, nur für gewerbliche Fahrzeuge.

Beim Tempo gilt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eigentlich höchstens 80 km/h. Wohnmobile bis 7,5 Tonnen ohne Anhänger sind davon ausgenommen, und das sind die meisten. Sie dürfen so schnell fahren wie ein Pkw.

Wo darf ich mit dem Wohnmobil übernachten?

Norwegen hat das Jedermannsrecht, und es gilt auch für Camper. Du darfst auf ausgewiesenen Plätzen stehen oder am Rand öffentlicher und privater Wege, nicht aber mitten im Gelände. Zu bewohnten Häusern und Hütten hältst du mindestens 150 Meter Abstand. In der Regel bleibst du höchstens zwei Nächte am selben Ort. Abseits der Wege zu fahren ist grundsätzlich verboten, auch wenn die Wiese am Fjord noch so einladend aussieht.

Welche Verkehrsregeln sind anders als zu Hause?

Die Promillegrenze liegt bei 0,2, das Glas Wein zum Abendessen und die Fahrt am nächsten Morgen wollen also gut geplant sein. Innerorts gilt 50, außerorts 80 km/h, auf gut ausgebauten Straßen bis 110, wenn es ausgeschildert ist. Licht ist auch am Tag Pflicht, Abblendlicht oder Tagfahrlicht.

Was darf ich zollfrei mitnehmen?

Norwegen gehört nicht zur EU, an der Grenze gilt deshalb der Zoll. Für ein Wohnmobil mit vollem Vorratsschrank lohnt der Blick auf die Grenzen.

Zollfreie Mengen pro Person bei der Einreise
WareMengeHinweis
Spirituosen (über 22 %)1 Literab 20 Jahren
Wein1,5 Literab 18 Jahren
Bier2 Literab 18 Jahren. Stärkeres lässt sich gegen Schwächeres tauschen, nicht umgekehrt
Tabak200 Zigaretten oder 250 g Tabakfür Besucher
Fleisch, Wurst, Käse, Tierfutterzusammen 10 kgab 12 Jahren, bei Einreise aus dem EWR
Alle Waren zusammenWert bis 6.000 Kronennach mehr als 24 Stunden im Ausland

Wie komme ich hin?

Eine bequeme Anreise ist die Fähre von Kiel nach Oslo. Sie legt täglich um 14 Uhr ab und ist am nächsten Morgen um 10 Uhr da, nach rund 20 Stunden. Mit dem Fahrzeug checkst du zwei Stunden vorher ein. Du schläfst in der Kabine, und das Wohnmobil fährt ausgeruht von Bord.

Wie sieht eine Route für drei Wochen aus?

Die meisten Touren verbinden Oslo, die Fjorde im Westen und den Weg zurück. Eine Route, die sich über drei Wochen strecken lässt, ohne zu hetzen:

Tourenidee für drei Wochen
AbschnittWas dich erwartet
Oslo und das HinterlandAnkommen, einkaufen, erste Nacht am Wasser
Über das Fjell nach WestenHochebene, Seen, die ersten langen Tunnel
Bergen und die FjordeHafenstadt, Fährfahrten über die Fjorde
Geirangerfjord und Trollstigen104 Kilometer Touristenstraße mit Serpentinen und einer Fähre
Zurück Richtung SüdenTage ohne Plan, für das Wetter und die Stellen, an denen du länger bleiben willst
Etappen und reine Fahrzeit, ohne Wartezeit an den Fähren
EtappeEntfernungReine Fahrzeit
Oslo – Bergen, über die Hardangerviddaetwa 460 kmknapp 7 Stunden
Bergen – Geiranger, mit Fähreetwa 370 kmgut 6 Stunden
Geiranger – Trondheim, je nach Streckeetwa 320 bis 400 kmknapp 6 Stunden
Trondheim – Osloetwa 490 km6,5 bis 7 Stunden

Die ganze Runde misst etwa 1.650 bis 1.720 Kilometer. Auf drei Wochen verteilt ist das gut machbar, mit vielen Tagen, an denen das Wohnmobil einfach stehen bleibt.

Wann ist die beste Zeit?

Für eine Fjordtour mit dem Wohnmobil planen die meisten den Sommer. Ein Anhaltspunkt sind die Bergstraßen: Der Trollstigen ist im Winter gesperrt und meist etwa von Mai bis Oktober befahrbar. Die genauen Termine wechseln von Jahr zu Jahr.

Sommer in drei Städten, Monatsmittel 1991 bis 2020
OrtJuniJuli August
Oslo15,3 °C · 80 mm17,7 °C · 87 mm16,5 °C · 103 mm
Bergen13,6 °C · 132 mm15,6 °C · 158 mm15,4 °C · 208 mm
Trondheim11,8 °C · 72 mm14,8 °C · 70 mm14,1 °C · 84 mm

Die Werte des norwegischen Wetterdienstes sind Mittel über Tag und Nacht, mittags ist es wärmer. Bergen bekommt im Juli und August etwa doppelt so viel Regen wie Oslo oder Trondheim. Die Regenjacke gehört also nicht in den Stauraum, sondern an die Tür.

Was kosten drei Wochen Norwegen mit dem Wohnmobil?

Eine belastbare Gesamtsumme haben wir nicht gefunden. Zusammen kommen Anreise mit der Fähre, Maut, die Fähren über die Fjorde, Diesel, Stellplätze oder Campingplätze und Einkäufe. Wer vorher online für die Maut registriert, spart zumindest die Gebühr für die Halterabfrage.

Häufige Fragen

Brauche ich in Norwegen eine Mautbox?

Nein. Du kannst dein Wohnmobil vor der Reise ohne Gerät bei Epass24 anmelden, dann kommt die Rechnung ohne Zusatzgebühr. Ein Gerät bringt an den meisten Mautstellen 20 Prozent Rabatt. Für schwere Wohnmobile über 3,5 Tonnen ist es der einzige Weg zum günstigen Pkw-Tarif.

Wie lange darf ich an einer Stelle frei stehen?

In der Regel höchstens zwei Nächte am selben Ort. Dazu kommen 150 Meter Abstand zu bewohnten Häusern und Hütten. Gestanden wird am Rand von Wegen oder auf ausgewiesenen Plätzen, nicht mitten in der Natur.

Wie schnell darf ich mit dem Wohnmobil fahren?

Außerorts 80 km/h, auf ausgebauten Straßen bis 110, innerorts 50. Über 3,5 Tonnen gilt eigentlich höchstens 80. Wohnmobile bis 7,5 Tonnen ohne Anhänger sind davon ausgenommen.

Wie viel Wein darf ich mitnehmen?

Zollfrei sind pro Person 1,5 Liter Wein, dazu 2 Liter Bier und 1 Liter Spirituosen. Stärkeres darfst du gegen Schwächeres tauschen, also etwa weniger Schnaps und dafür mehr Wein.

Regeln und Preise ändern sich. Stand der Angaben: 23.09.2026.

Zuletzt geprüft am 23.09.2026

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Sven Schultz, Gründer von gen50

Gründer von gen50

Sven Schultz

Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.

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