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Was kostet eine Wärmepumpe? Kauf, Förderung und Betrieb
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im bestehenden Einfamilienhaus mit Einbau meist zwischen 21.000 und 54.000 Euro, in der Mitte rund 35.000 Euro, vor der Förderung. Nach der Förderung bleiben davon je nach Fall zwischen etwa 12.500 und 26.500 Euro bei dir. Im Betrieb kostete das Heizen mit Wärmepumpe 2025 in einem Haus mit 130 Quadratmetern im Schnitt 1.260 Euro, mit Gas 2.040 Euro.
Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Angebotsauswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Kostenstudie zu den Förderdaten des Bundes, Förderrichtlinie des Bundes, Heizspiegel 2026, Bundesnetzagentur, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
Auf einen Blick
Stimmt
- Viele Angebote enthalten nicht alles, oft fehlt der Zählerschrank
- Bei Erdwärme macht die Bohrung den Unterschied, nicht das Gerät
- Der Schornsteinfeger kommt bei einer reinen Wärmepumpe nicht mehr
Stimmt nicht
- Eine Luft-Wärmepumpe gibt es ab 12.500 Euro
- Es gibt bis zu 28.000 Euro Zuschuss
- Erdwärme ist in der Anschaffung günstiger
- Luft-Wasser vor Förderung
- meist 21.000 bis 54.000 Euro
- Förderung
- 30 % Grundförderung plus Boni, höchstens 80 % von 28.000 Euro
- Wärmepumpenstrom mit eigenem Zähler
- 27,4 Cent je kWh (April 2025)
- Wartung
- meist 150 bis 400 Euro im Jahr
- Nutzungsdauer
- 18 Jahre Luft, 20 Jahre Erdwärme
Zum Ausprobieren
Was kostet deine Wärmepumpe nach der Förderung?
Ergebnis
—
Förderung
Laufende Kosten
Gerechnet mit den Fördersätzen für einen Antrag bis 31.12.2026 und mit der Annahme, dass alle Kosten förderfähig sind. Im ersten Quartal 2027 ändert sich die Förderung für Wärmepumpen. Die laufenden Kosten sind Mittelwerte aus dem Heizspiegel 2026 für das Abrechnungsjahr 2025, nicht an das Wetter angepasst. Wartung und Schornsteinfeger bei Gas und Öl sind nicht enthalten. Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine Energie- oder Förderberatung.Was kostet eine Luft-Wärmepumpe mit Einbau?
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet, eingeholt zwischen Herbst 2025 und Frühjahr 2026. Das günstigste lag bei 21.099 Euro, das teuerste bei 54.168 Euro. Die Hälfte kostete weniger als 34.898 Euro. Die Förderdaten des Bundes zu über 100.000 Anlagen aus den Jahren 2021 bis 2023 kommen auf dieselbe Größenordnung, im Mittel rund 36.500 Euro. Alles vor Abzug der Förderung.
Der Preis hängt vor allem an der Leistung. Die meisten Angebote lagen bei 10 bis 12 Kilowatt. Kleine Geräte sind je Kilowatt teurer als große.
| Leistung | Preis je Kilowatt |
|---|---|
| 4 bis 7 kW | oft 5.000 bis 8.500 Euro |
| 8 bis 12 kW | meist 3.000 bis 5.000 Euro |
| ab 12 kW | oft 2.300 bis 3.500 Euro |
| Mitte aller Angebote | 4.098 Euro |
Welche Leistung dein Haus braucht, ergibt die Heizlast, also wie viel Wärme es an kalten Tagen verliert. Die Wohnfläche allein sagt das nicht.
Was kostet eine Erdwärmepumpe?
Hier liegt die Überraschung im Garten. Das Gerät samt Einbau kostete laut Förderdaten des Bundes 2023 bei Erdwärme sogar etwas weniger als bei Luft: rund 28.500 Euro in der Klasse 10 bis 15 Kilowatt, eine Luft-Wärmepumpe gleicher Größe rund 38.000 Euro. Teuer wird Erdwärme durch die Bohrung, die in diesen Zahlen fehlt.
Die Verbraucherzentrale rechnet als grobe Regel mit etwa 20 Metern Sonde je Kilowatt Heizleistung. Für ein Gerät mit 10 Kilowatt steht also ein Bohrgerät im Garten, das rund 200 Meter Sonde in die Erde bringt. Was ein Meter kostet, hängt vom Boden ab. Eine neutrale, aktuelle Preisangabe dafür haben wir nicht gefunden.
Vor dem Bohren braucht es eine Anzeige bei der Wasserbehörde, einen Monat vor Beginn, oft auch eine Erlaubnis. Ab 100 Metern Tiefe kommt eine Anzeige beim Bergamt dazu. In Trinkwasserschutzgebieten ist Bohren oft verboten, die Regeln unterscheiden sich je Bundesland. Die Sonde selbst hält 50 Jahre und länger.
Welche Kosten stehen oft nicht im Angebot?
Legt man zwei Angebote nebeneinander auf den Küchentisch, sehen sie oft gleich aus und sind es nicht. In der Auswertung aus Rheinland-Pfalz fehlte der Umbau des Zählerschranks häufig. Nur knapp ein Drittel der Angebote hatte ihn ausdrücklich drin.
| Posten | Wenn berechnet, in der Mitte | Wie oft im Angebot |
|---|---|---|
| Zählerschrank umbauen oder erneuern | knapp 3.000 Euro | in 31 % der Angebote |
| Elektroarbeiten | rund 2.700 Euro | — |
| Pufferspeicher | gut 1.200 Euro | — |
| Neue Heizkörper | oft mehrere tausend Euro | in etwa jedem fünften Fall |
Die Posten sind keine Pauschalen. Ob der alte Zählerschrank im Flur reicht, sieht der Elektriker erst, wenn er die Tür aufmacht.
Wie viel Förderung gibt es, und was bleibt übrig?
Für eine Wärmepumpe gibt es 30 Prozent Grundförderung. Wer selbst im Haus wohnt und eine Öl- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt, bekommt 16 Punkte dazu. Mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 50.000 Euro kommt ein Einkommensbonus von 10 bis 40 Punkten dazu. Gerechnet wird immer mit höchstens 28.000 Euro Kosten.
| Fall | Fördersatz | Zuschuss | Selbst zu zahlen |
|---|---|---|---|
| Nur Grundförderung, etwa bei einer Gasheizung unter 20 Jahren | 30 % | 8.400 Euro | 26.498 Euro |
| Alte Ölheizung ersetzt, Einkommen über 50.000 Euro | 46 % | 12.880 Euro | 22.018 Euro |
| Alte Ölheizung ersetzt, Einkommen 40.001 bis 50.000 Euro | 56 % | 15.680 Euro | 19.218 Euro |
| Alte Ölheizung ersetzt, Einkommen bis 30.000 Euro | 80 % | 22.400 Euro | 12.498 Euro |
| Statt Zuschuss: Steuerbonus | 20 % der Kosten, über drei Jahre | 6.980 Euro | 27.918 Euro |
Die Tabelle nimmt an, dass alle Kosten förderfähig sind. Im ersten Quartal 2027 soll sich die Förderung für Wärmepumpen ändern. Den genauen Tag nennt das Bundeswirtschaftsministerium noch. Für Geräte aus der EU und mit ihr verbundenen Märkten bleibt es dann bei 30 Prozent, für andere Geräte könnte die Grundförderung auf 15 Prozent sinken. Sicher mit 30 Prozent läuft ein Antrag bis 31. Dezember 2026. Wie der Nachweis läuft, will das Wirtschaftsministerium im zweiten Halbjahr 2026 bekannt geben. Wärmepumpen, die ab 1. Juli 2027 eingebaut werden, brauchen für die Förderung eine Steuerschnittstelle in einem EU-weiten Format. Ab 2028 werden nur noch Geräte mit natürlichem Kältemittel wie Propan gefördert. Wie der Antrag abläuft und welches Einkommen zählt, steht auf der Seite Heizungsförderung 2026.
Was kostet der Strom im Jahr?
Die Verbraucherzentrale nennt eine einfache Faustformel. Du nimmst die letzte Gasrechnung aus dem Ordner, liest den Verbrauch in Kilowattstunden ab und teilst ihn durch die erwartete Jahresarbeitszahl. Das ist die Zahl, wie viel Wärme das Gerät aus einer Kilowattstunde Strom macht. Bei Öl rechnest du Liter mal zehn, dann genauso.
Im Heizspiegel 2026 brauchte ein Haus zwischen 80 und 150 Quadratmetern mit Wärmepumpe in der Mitte 36 Kilowattstunden Strom je Quadratmeter und Jahr, Warmwasser eingerechnet. Bei 130 Quadratmetern sind das rund 4.680 Kilowattstunden. Mit eigenem Zähler kostete Wärmepumpenstrom laut Bundesnetzagentur im April 2025 im Schnitt 27,4 Cent, normaler Haushaltsstrom bei einem Wechselanbieter 38,2 Cent.
| Wärmepumpe | Gas | Öl | |
|---|---|---|---|
| Heizkosten im Jahr | 1.260 Euro | 2.040 Euro | 2.145 Euro |
| Davon CO2-Preis, bei 55 bis 65 Euro je Tonne | 0 Euro | rund 165 bis 195 Euro | rund 340 bis 400 Euro |
| Schornsteinfeger | entfällt | kommt | kommt |
Das sind Durchschnittswerte aus dem Heizspiegel, dein Haus kann darüber oder darunter liegen. Heizöl ist seitdem deutlich teurer geworden: Im August 2026 kostete es fast 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Was kostet die Wartung, und wie lange hält eine Wärmepumpe?
Einmal im Jahr, spätestens alle zwei Jahre, steht ein Fachbetrieb am Außengerät neben der Terrasse und schaut es durch. Die Verbraucherzentrale nennt dafür meist 150 bis 400 Euro im Jahr.
Für die Lebensdauer setzt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung 18 Jahre bei einer Luft-Wärmepumpe an und 20 Jahre bei Erdwärme. In der Praxis sind es 15 bis 30 Jahre.
Häufige Fragen
Was kostet eine Wärmepumpe für 150 Quadratmeter?
Einen belegten Preis je Quadratmeter gibt es nicht. Der Preis folgt der Leistung, und die hängt an der Heizlast des Hauses. Den Strom kann man grob schätzen: Mit den Werten aus dem Heizspiegel 2026 kostete das Heizen mit Wärmepumpe bei 150 Quadratmetern 2025 etwa 1.320 bis 1.455 Euro im Jahr.
Wann rechnet sich eine Wärmepumpe?
Eine belastbare Zahl dafür gibt es nicht, weil neutrale Preise für eine neue Gasheizung als Vergleich fehlen. Belegt sind nur die laufenden Kosten: Im Heizspiegel 2026 lag die Wärmepumpe 2025 rund 780 Euro unter Gas und rund 885 Euro unter Öl, bei einem Haus mit 130 Quadratmetern.
Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe günstiger?
In der Anschaffung ja. Sie heizt über Innengeräte an der Wand direkt die Raumluft, macht aber kein Warmwasser. Als einzige Heizung für ein ganzes Haus eignet sie sich laut Verbraucherzentrale meist nicht. Mit ausreichender Effizienz wird sie gefördert.
Brauche ich einen zweiten Stromzähler?
Nicht zwingend, aber mit eigenem Zähler gibt es günstigere Tarife. Die Verbraucherzentrale NRW fand im Schnitt 24 Cent je Kilowattstunde plus rund 140 Euro Grundpreis im Jahr. Ab etwa 4.000 Kilowattstunden im Jahr lohnt sich das laut ihrer Auswertung üblicherweise. Manchmal muss dafür der Zählerschrank umgebaut werden.
Zuletzt geprüft am 30.09.2026
Gründer von gen50
Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.
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