Zuhause
Wärmepumpe im Altbau: Passt sie zu meinem Haus?
Ja, eine Wärmepumpe kann auch ein altes Haus warm halten. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern wie heiß das Heizungswasser sein muss, damit alle Räume warm werden. Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel: möglichst das ganze Jahr unter 55 Grad. Ob dein Haus das schafft, kannst du im nächsten Winter mit der alten Heizung selbst testen.
Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Messungen des Fraunhofer ISE und eines britischen Feldversuchs, Verbraucherzentrale, Bundesnetzagentur, Heizspiegel 2026
Auf einen Blick
Stimmt
- Eine Wärmepumpe funktioniert auch im Altbau
- Wichtig ist eine niedrige Vorlauftemperatur
- Zu kleine Heizkörper lassen sich einzeln tauschen
Stimmt nicht
- Es geht nur mit Fußbodenheizung
- Das Haus muss erst komplett gedämmt werden
- Faustregel Vorlauf
- möglichst unter 55 Grad
- Aus 1 kWh Strom
- im Mittel rund 3 kWh Wärme
- Angebote Luft-Wasser 2026
- meist 21.000 bis 54.000 Euro vor Förderung
- Förderung
- 30 % Grundförderung, dazu Boni
- Wärmepumpenstrom
- rund 27 Cent je kWh mit eigenem Zähler
Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?
In vielen Fällen ja. Eine Wärmepumpe holt Wärme aus der Außenluft oder dem Boden und hebt sie mit Strom auf die Temperatur, die dein Heizungswasser braucht. Je weniger sie anheben muss, desto weniger Strom braucht sie. Deshalb zählt im Altbau vor allem eine Frage: Wie warm muss das Wasser in den Heizkörpern sein, damit es an einem kalten Januartag überall gemütlich ist?
Große Messungen zeigen, dass das in alten Häusern gut gehen kann. In Großbritannien wurden über 400 Luft-Wärmepumpen in bestehenden Häusern gemessen, drei von vier Häusern waren vor 1991 gebaut. Im Mittel machten sie aus einer Kilowattstunde Strom knapp drei Kilowattstunden Wärme, und das Baujahr spielte dabei keine Rolle. Ein kleinerer Feldtest des Fraunhofer-Instituts in deutschen Einfamilienhäusern kam auf ähnliche Werte. Von Haus zu Haus schwankten die Ergebnisse aber stark.
Geht das ohne Dämmung und ohne Fußbodenheizung?
Ja. Eine Fußbodenheizung ist keine Voraussetzung, und eine Komplettdämmung auch nicht. Was zählt, ist die Temperatur des Heizungswassers. Dämmung, neue Fenster oder größere Heizkörper helfen, weil sie diese Temperatur senken.
Wer das Haus ohnehin sanieren will, tauscht die Heizung laut Verbraucherzentrale besser danach. Sonst wird die Wärmepumpe für ein Haus berechnet, das nach der Sanierung weniger Wärme braucht, und sie ist am Ende zu groß.
Passt mein Haus? Der Check in fünf Schritten
| Schritt | Was du tust | Woran du es erkennst |
|---|---|---|
| 1 · Vorlauftemperatur testen | An einem kalten Wintertag die Heizkurve der alten Heizung absenken, sodass das Wasser höchstens 55 Grad warm wird | Alle Räume bleiben warm: gutes Zeichen |
| 2 · Heizkörper prüfen | Die Räume notieren, die beim Test kalt bleiben | Dort sind die Heizkörper zu klein. Sie lassen sich einzeln gegen größere tauschen |
| 3 · Heizlast berechnen lassen | Eine Energieberaterin oder ein Fachbetrieb berechnet, wie viel Wärme das Haus braucht | Daraus ergibt sich, wie groß die Wärmepumpe sein muss |
| 4 · Platz für das Außengerät | Einen Platz suchen, nicht in einer engen Ecke und nicht direkt unter dem Schlafzimmer des Nachbarn | Nachts gelten am Nachbarhaus 40 Dezibel, im reinen Wohngebiet 35 |
| 5 · Stromzähler und Tarif | Beim Netzbetreiber nach einem zweiten Zähler für die Wärmepumpe fragen | Mit eigenem Zähler gibt es günstigere Tarife |
Je niedriger die Temperatur, desto besser. In der britischen Messung machte eine Wärmepumpe bei 35 Grad Vorlauf aus einer Kilowattstunde Strom etwa 3,5 Kilowattstunden Wärme, bei 55 Grad nur noch etwa 2,4.
Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine Energieberatung vor Ort.
Luft oder Erdwärme?
Die meisten Häuser bekommen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie steht draußen, braucht keine Bohrung und ist schneller eingebaut. Eine Erdwärmepumpe holt die Wärme über eine Sonde oder Leitungen im Garten aus dem Boden. Das braucht Platz und eine Genehmigung für die Bohrung, dafür ist der Boden im Winter wärmer als die Luft. Im Fraunhofer-Feldtest arbeiteten die Erdwärmepumpen deshalb sparsamer als die Luft-Wärmepumpen.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 2026 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet. Sie lagen zwischen rund 21.000 und 54.000 Euro, die Hälfte unter rund 35.000 Euro. Das sind Angebote vor Abzug der Förderung, keine Endpreise. In vielen Angeboten fehlten Posten wie ein neuer Zählerschrank. Frag deshalb nach, was im Preis enthalten ist.
Für Erdwärme haben wir keine aktuelle, neutrale Auswertung gefunden. Die Bohrung kommt hier dazu.
Was nach der Förderung für dein Haus bleibt, zeigt der Rechner auf der Seite Was kostet eine Wärmepumpe? Kauf, Förderung und Betrieb
Wie viel Strom braucht sie, und was kostet das im Vergleich?
Für Wärmepumpen gibt es eigene, günstigere Stromtarife, meist mit zweitem Zähler. Laut Bundesnetzagentur kostete Wärmepumpenstrom mit eigenem Zähler im April 2025 im Schnitt 27,4 Cent je Kilowattstunde, normaler Haushaltsstrom bei einem Wechselanbieter 38,2 Cent. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale NRW unter 23 Anbietern ergab 2026 im Schnitt 24 Cent plus rund 140 Euro Grundpreis im Jahr.
Wie das im ganzen Jahr aussieht, zeigt der Heizspiegel 2026 für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern. Wo dein Haus liegt, zeigt der Rechner auf der Seite Heizkosten im Einfamilienhaus berechnen: Was ist normal?
| Heizung | Kosten im Jahr |
|---|---|
| Wärmepumpe | 1.260 Euro |
| Pellets | 1.415 Euro |
| Gas | 2.040 Euro |
| Fernwärme | 2.040 Euro |
| Öl | 2.145 Euro |
Das sind Durchschnittswerte. Dein Haus kann darüber oder darunter liegen, je nach Zustand und wie warm du es magst.
Welche Förderung gibt es?
Für den Tausch hin zu einer Wärmepumpe gibt es bei der KfW 30 Prozent Grundförderung, bis Ende 2026. Ab Januar 2027 sind es 15 Prozent, dazu 15 Punkte, wenn das Gerät aus der EU stammt. Wer selbst im Haus wohnt und eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt, bekommt einen Bonus dazu, mit kleinerem Einkommen noch einen. Wie viel das für dein Haus ist und wie der Antrag läuft, steht auf der Seite Heizungsförderung 2026. Was sich 2027 am Gesetz ändert, steht auf der Seite Neues Heizungsgesetz 2026.
Häufige Fragen
Warum raten manche von einer Wärmepumpe im Altbau ab?
Weil sie in manchen Häusern sehr heißes Heizungswasser bräuchte und dann viel Strom verbraucht. Ob das bei dir so ist, zeigt der Test mit der alten Heizung im Winter. Bleiben alle Räume bei höchstens 55 Grad warm, spricht wenig dagegen.
Welche Heizkörper brauche ich für eine Wärmepumpe?
Keine besonderen. Wichtig ist, dass sie groß genug sind, um mit niedriger Wassertemperatur genug Wärme abzugeben. Oft reicht es, einzelne zu kleine Heizkörper zu tauschen.
Wie groß muss eine Wärmepumpe im Altbau sein?
Das hängt von der Heizlast deines Hauses ab, also davon, wie viel Wärme es an kalten Tagen verliert. Die berechnet eine Energieberaterin oder ein Fachbetrieb. Eine Faustzahl je Quadratmeter führt oft zu einem falsch bemessenen Gerät.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Altbau?
Im Mittel wird aus einer Kilowattstunde Strom knapp drei Kilowattstunden Wärme. Wie viel Strom das im Jahr ergibt, hängt von deinem Wärmebedarf ab. Im Heizspiegel 2026 kostete das Heizen mit Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern im Schnitt 1.260 Euro im Jahr.
Zuletzt geprüft am 22.09.2026
Gründer von gen50
Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.
Schreib mir