Sicherheit
CO-Melder: Wann brauchst du einen, und wo hängt er?
Ein CO-Melder gehört in jedes Haus mit Kaminofen, Gastherme, Gasherd oder Pelletheizung. Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos, man bemerkt es beim Einatmen nicht. 2025 maß das Schornsteinfegerhandwerk an rund 76.250 Gasfeuerungsanlagen einen CO-Gehalt über 1.000 ppm im Abgas — das galt als gefährlich und führte zur Mängelmeldung. Eine gesetzliche Pflicht zum Melder gibt es in Deutschland nicht.
Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks, Deutscher Feuerwehrverband, Bundesinstitut für Risikobewertung, DIN EN 50291, Landesbauordnung und Feuerungsverordnung Brandenburg
Auf einen Blick
Stimmt
- CO ist mit den Sinnen nicht wahrnehmbar
- Der Melder hängt an der Wand, nicht an der Decke
- Der Deutsche Feuerwehrverband empfiehlt ihn für Privathaushalte
Stimmt nicht
- Ein Rauchmelder erkennt Kohlenmonoxid
- Ein CO-Melder warnt vor ausströmendem Gas
- CO-Melder sind irgendwo in Deutschland Pflicht
- Über 1.000 ppm im Abgas 2025
- rund 76.250 Gasfeuerungsanlagen
- Zwischen 500 und 1.000 ppm
- weitere rund 105.770 Anlagen
- Gemessene Gasfeuerungsanlagen
- über 9,2 Millionen
- Einzelraumfeuerungen für feste Brennstoffe
- rund 11,7 Millionen in Deutschland
Wann ist ein CO-Melder sinnvoll?
Immer dann, wenn im Haus etwas verbrennt. Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung von Gas, Öl, Holz oder Kohle. Eine Gastherme im Bad, ein Kaminofen im Wohnzimmer, ein Gasherd in der Küche, ein Pelletkessel im Keller — das sind die typischen Quellen. Das Schornsteinfegerhandwerk empfiehlt Melder besonders in Räumen mit Gasheizgeräten oder Kaminöfen.
Wie oft es schiefgeht, zeigt die jährliche Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks. 2025 wurden über 9,2 Millionen Gasfeuerungsanlagen gemessen. Bei rund 76.250 lag der CO-Gehalt im Abgas über 1.000 ppm, bei weiteren rund 105.770 zwischen 500 und 1.000 ppm. Für die erste Gruppe gab es eine Mängelmeldung mit Frist, für die zweite eine Wartungsempfehlung. Das sind Anlagen, keine Haushalte, und es ist der Wert im Abgas, nicht die Luft im Zimmer. Trotzdem: Jede dieser Anlagen steht in einem Haus, in dem jemand wohnt.
Der Deutsche Feuerwehrverband formuliert es so: Auch bei regelmäßiger Wartung und Einhaltung aller Sicherheitsvorgaben gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Der Melder ist die einzige Möglichkeit, gefährliche Konzentrationen in der Raumluft überhaupt zu bemerken.
Warum merkt man Kohlenmonoxid nicht?
Weil es farblos und geruchlos ist. Man kann es nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken und nicht hören — so beschreibt es das Bundesinstitut für Risikobewertung. Es ist ein Blutgift, das den Sauerstoff aus der Bindung am roten Blutfarbstoff verdrängt.
Die ersten Anzeichen sind unspezifisch: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit. Genau das ist das Tückische. Das Bundesinstitut schreibt dazu, diese Beeinträchtigungen hinderten Betroffene daran, den Raum zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Wer nachts im selben Haus schläft, bekommt davon nichts mit.
Was ist der Unterschied zwischen CO-Melder, CO2-Melder und Gasmelder?
Drei Geräte, drei verschiedene Aufgaben. Sie lassen sich nicht gegeneinander tauschen.
| Gerät | Misst | Wofür |
|---|---|---|
| Rauchmelder | Rauchpartikel | Feuer, nicht Gas |
| CO-Melder | Kohlenmonoxid | unvollständige Verbrennung an Ofen, Therme, Herd |
| CO2-Melder | Kohlendioxid | Luftqualität im Raum, Hinweis zum Lüften |
| Gasmelder | Erdgas oder Propan | undichte Leitung, ausströmendes Gas |
Ein Rauchmelder an der Decke bemerkt Kohlenmonoxid nicht. Und ein CO-Melder schlägt nicht an, wenn Gas aus einer undichten Leitung strömt, denn da verbrennt nichts. Wer beides absichern will, braucht zwei Geräte.
Wo hängt ein CO-Melder, und in welcher Höhe?
Nicht an der Decke. Das ist der Unterschied zum Rauchmelder, und er wird oft vertauscht. Der Deutsche Feuerwehrverband nennt für Räume ohne Feuerstätte die Wand in Atemhöhe, etwa 1 bis 1,5 Meter über dem Boden. Sinnvoll sind Melder in Räumen mit Feuerstätten sowie in Schlaf- und Aufenthaltsräumen.
Im Raum mit der Feuerstätte gelten Abstände. Bei Deckenmontage: zentral im Raum, mindestens 30 Zentimeter von der Wand entfernt. Bei Wandmontage: mindestens 15 Zentimeter unter der Decke und 1 bis 3 Meter vom Ofen oder von der Therme entfernt. Zu nah am Gerät gibt es Fehlalarme beim Anheizen, zu weit weg meldet er zu spät.
| Raum | Ort | Abstand |
|---|---|---|
| Schlafzimmer, Wohnzimmer ohne Ofen | Wand in Atemhöhe | rund 1 bis 1,5 Meter über dem Boden |
| Raum mit Kaminofen oder Therme, Decke | zentral im Raum | mindestens 30 cm zur Wand |
| Raum mit Kaminofen oder Therme, Wand | oben an der Wand | mindestens 15 cm zur Decke, 1 bis 3 m zur Feuerstätte |
Welche Norm muss ein CO-Melder erfüllen?
Für die Wohnung gilt DIN EN 50291-1. Die Norm regelt Prüfverfahren und Betriebsverhalten ortsfester CO-Melder im Dauerbetrieb in Wohnhäusern. Für Wohnmobil, Wohnwagen und Boot gilt Teil 2 derselben Norm, mit Zusatzprüfungen für die Bedingungen im Fahrzeug. Ein Gerät fürs Wohnzimmer ist für den Camper nicht automatisch geeignet.
Mehr sagt die Norm für den Kauf nicht her, jedenfalls nicht öffentlich: Der Normtext ist kostenpflichtig. Angaben zu Auslöseschwellen oder Prüfzeiten, die im Netz kursieren, stammen meist von Herstellern.
Ist ein CO-Melder in Deutschland Pflicht?
Nein. Es gibt keine allgemeine gesetzliche Pflicht zu CO-Meldern in Wohnungen. Für Brandenburg wurde das am Gesetzestext nachgelesen: Weder die Landesbauordnung noch die Feuerungsverordnung verlangen einen CO-Melder, vorgeschrieben ist allein der Rauchwarnmelder.
Auch beim Pelletlager ist der Melder nicht vorgeschrieben. Brandenburg verlangt dort, dass der Raum vor dem Betreten ausreichend gelüftet werden kann, und ein Schild am Zugang, das vor giftigen Gasen warnt. Das Lager selbst ist erst ab mehr als 6.500 Kilogramm Pellets je Gebäude ein eigener Lagerraum im Sinne der Vorschrift.
Behauptungen wie „in den meisten Bundesländern Pflicht bei fossiler Heizung“ finden sich in Blogs, nicht in Gesetzestexten. Keine der geprüften Behörden und keiner der Verbände nennt eine Pflicht — alle formulieren eine Empfehlung.
Häufige Fragen
Erkennt ein CO-Melder auch ausströmendes Gas?
Nein. Der CO-Melder misst Kohlenmonoxid, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht. Eine undichte Gasleitung setzt Erdgas oder Propan frei, dabei verbrennt nichts. Dafür gibt es eigene Gasmelder.
Reicht ein Melder für das ganze Haus?
Für ein Haus mit mehreren Etagen in der Regel nicht. Sinnvoll ist je ein Melder im Raum mit der Feuerstätte und in den Schlafräumen. Kohlenmonoxid verteilt sich über Türen und Treppen, aber nicht gleichmäßig genug, um sich auf ein einzelnes Gerät zu verlassen.
Wo genau beim Kaminofen?
Nicht direkt über dem Ofen. Bei Wandmontage 1 bis 3 Meter entfernt und mindestens 15 Zentimeter unter der Decke, bei Deckenmontage zentral im Raum mit mindestens 30 Zentimetern Abstand zur Wand.
Ersetzt der Schornsteinfeger den Melder?
Nein. Die Messung des Schornsteinfegers ist eine Momentaufnahme im Abstand von Monaten. Der Melder überwacht die Raumluft dauerhaft. Beides zusammen ergibt erst ein Bild.
Braucht man einen CO-Melder auch bei einer modernen Gastherme?
Die Empfehlung von Feuerwehr und Schornsteinfegerhandwerk knüpft am Gerätetyp an, nicht am Baujahr. Die über 76.000 auffälligen Gasfeuerungen 2025 verteilen sich über raumluftabhängige und raumluftunabhängige Anlagen.
Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine Prüfung durch den Schornsteinfeger oder einen Fachbetrieb.
Zuletzt geprüft am 24.09.2026
Gründer von gen50
Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.
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