Zum Inhalt springen

Gesundheit · Vorsorge

Mammographie: ab wann, wie oft, bis wann

Die Mammographie zur Früherkennung steht Frauen von 50 bis 75 Jahren zu, alle zwei Jahre, und die Krankenkasse bezahlt sie. Der Anspruch endet mit dem 76. Geburtstag. Die Einladung kommt als Brief mit Ort und Termin, einen Termin kannst du aber auch selbst vereinbaren.

Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Krebsfrüherkennungs-Richtlinie und Entscheidungshilfe des Gemeinsamen Bundesausschusses, Jahresbericht der Kooperationsgemeinschaft Mammographie

Auf einen Blick

Stimmt

  • Anspruch von 50 bis 75
  • alle zwei Jahre
  • gesetzlich Versicherte zahlen nichts dazu
  • ein Termin geht auch ohne Einladung
  • das Abtasten der Brust in der frauenärztlichen Praxis gibt es ab 30 jedes Jahr, ohne obere Altersgrenze

Stimmt nicht

  • Mit 70 ist Schluss
  • Wer einmal nicht hingeht, bekommt keine Einladung mehr
  • Die Mammographie ersetzt das Abtasten
Abstand
frühestens 22 Monate nach der letzten Screening-Mammographie
Aufnahmen
zwei je Brust
Befund
zwei Ärztinnen oder Ärzte befunden unabhängig
Ergebnis
innerhalb von sieben Werktagen
Teilnahme 2023
52,1 Prozent der eingeladenen Frauen

Zum Ausprobieren

Vorsorge-Check nach Alter

Trag dein Alter ein. Der Check zeigt, welche Brust-Früherkennung dir zusteht.

Ergebnis

58 Jahre

Mit 58 gehörst du zur Altersgruppe, die alle zwei Jahre zur Mammographie eingeladen wird. Die Krankenkasse bezahlt sie. Dazu kommt einmal im Jahr das Abtasten in der frauenärztlichen Praxis.

Welche Impfungen für dein Alter empfohlen sind, zeigt der Impf-Check.

Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.

So wird eingeordnet: Das Alter wird den Grenzen der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie zugeordnet. Das Abtasten gehört ab 30 jedes Jahr zum Anspruch, die Mammographie im Screening von 50 bis zum 76. Geburtstag, alle zwei Jahre.

Ab welchem Alter gibt es die Mammographie?

Mit 50. Kurz nach dem 50. Geburtstag liegt der erste Brief im Kasten, verschickt von einer der 14 Zentralen Stellen in Deutschland. Die Adresse stammt aus dem Melderegister, anmelden muss sich dafür niemand. Das gilt auch für privat versicherte Frauen. Geschrieben wird das Wort übrigens auch Mammografie, beides ist richtig.

Vor 50 gibt es heute keinen Anspruch auf das Screening, auch nicht mit 45 bis 49. Seit März 2026 erlaubt das Strahlenschutzrecht die Untersuchung zwar ab 45. Ob sie die Kassen dann auch bezahlen, prüft der Gemeinsame Bundesausschuss gerade. Bis zu einer Entscheidung bleibt es bei 50.

Warum gerade 50? Die Zahlen des Gemeinsamen Bundesausschusses zeigen, wie sich das Risiko verschiebt. Von 1.000 Frauen erkranken in den nächsten zehn Jahren mit 50 etwa 25 an Brustkrebs, 4 sterben daran. Mit 60 sind es 36 und 7, mit 70 dann 34 und 10. Wenn Mutter oder Schwester Brustkrebs hatten, liegt das eigene Risiko etwa doppelt so hoch. Für Frauen mit starker familiärer Belastung gibt es eigene Wege, darüber wird in der Praxis beraten.

Wie oft zur Mammographie ab 50 und ab 60?

Alle zwei Jahre, und zwar gleich oft mit 52 wie mit 64. Das Alter ändert am Abstand nichts. Die Richtlinie spricht von 24 Monaten, frühestens sind 22 Monate nach der letzten Teilnahme möglich. Der nächste Brief kommt 22 bis 26 Monate nach dem letzten Termin oder der letzten Einladung.

Eine Ausnahme gibt es. Wurde in den letzten zwölf Monaten aus einem anderen Grund eine Mammographie gemacht, etwa wegen einer Verhärtung, dann folgt das Screening erst zwölf Monate danach.

Bis zu welchem Alter gibt es die Mammographie?

Bis 75. Der Anspruch endet mit dem 76. Geburtstag. Dass mit 70 Schluss ist, steht noch in vielen Köpfen. Seit dem 1. Juli 2024 stimmt es nicht mehr. Damals hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Grenze von 69 auf 75 angehoben, gestützt auf Bewertungen des IQWiG und des Bundesamts für Strahlenschutz. Das betrifft rund 2,5 Millionen Frauen, für jede kommen bis zu drei Mammographien dazu.

Mammographie mit 70 bis 75 läuft über zwei Wege. Je nach Bundesland kommt der Brief von selbst, oder die Anmeldung geht über die Zentrale Stelle. Wie sich Nutzen und Nachteile in diesem Alter verschieben, lässt sich laut den Studien nur grob abschätzen. Sie ändern sich wenig.

Kann ich ohne Einladung zur Mammographie?

Ja. Ein Termin geht auch ohne Brief, über die Zentrale Stelle deines Bundeslands. Die Bedingung: Die letzte Screening-Mammographie liegt mindestens 22 Monate zurück.

Warum bekomme ich keine Einladung mehr?

Dafür gibt es drei Gründe, die in der Richtlinie stehen.

  • Der 76. Geburtstag ist vorbei. Dann endet das Screening, die Briefe hören auf
  • Zwischen 70 und 75 ist die Umstellung in manchen Bundesländern noch nicht abgeschlossen. Dort läuft die Anmeldung über die Zentrale Stelle
  • Jemand hat weiteren Einladungen widersprochen. Das geht formlos in Textform

Nicht hingehen ist dagegen kein Grund. Nach zwei Jahren liegt der nächste Brief im Kasten, ohne Folgen für die Versicherung.

Wer mit einem Knoten, einer Delle oder einer eingezogenen Brustwarze anruft, bekommt im Screening übrigens keinen Termin. Das Programm ist für Frauen ohne Beschwerden gedacht. Beschwerden klärt in jedem Alter die Ärztin oder der Arzt direkt.

Wie lange zahlt die Kasse die Mammographie, und was kostet sie?

Für gesetzlich Versicherte von 50 bis 75 übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Privat Versicherte haben denselben Anspruch und bekommen auch einen Brief. Ob die Versicherung zahlt, klären sie vorher mit ihr.

Mit dem 76. Geburtstag endet das Screening. Eine Mammographie gibt es danach bei Beschwerden oder bei einem Verdacht, dann über die normale ärztliche Versorgung. Das gilt auch für die Frage nach der Mammographie mit 80.

Wie läuft der Termin ab?

Erst kommt ein Fragebogen zur Vorgeschichte, dann geht es in den Aufnahmeraum. Die Aufnahmen macht eine radiologische Fachkraft, eine Ärztin ist dabei meist nicht im Raum. Wer vorher ein ärztliches Gespräch möchte, bekommt dafür einen eigenen Termin.

Jede Brust wird zweimal geröntgt, aus zwei Richtungen. Dafür drückt die Fachkraft sie kurz zwischen zwei Platten flach. Das kann unangenehm sein und auch wehtun.

Danach sehen sich zwei Ärztinnen oder Ärzte die Bilder an, jede und jeder für sich. Sind sie sich nicht einig, beraten sie gemeinsam. Innerhalb von sieben Werktagen soll das Ergebnis da sein, bei unauffälligem Befund als Brief. Ist etwas auffällig, folgt eine Einladung zur Abklärung: Ultraschall, eine weitere Aufnahme, wenn nötig eine Gewebeprobe.

Was sollte man vor einer Mammographie nicht machen?

Am Morgen bleiben Deo, Puder und Creme im Schrank, zumindest für Brust und Achseln. Die Reste können auf den Röntgenbildern aussehen wie feiner Kalk, und genau solche Kalkpunkte schauen sich die Ärztinnen und Ärzte sonst genauer an. Darauf weisen das Screening-Programm und der Krebsinformationsdienst hin.

In die Tasche gehören die Versichertenkarte, der Einladungsbrief und der ausgefüllte Fragebogen. Praktisch ist Kleidung, die sich oben herum schnell ablegen lässt. Eine Mammographie aus anderem Grund in den letzten zwölf Monaten schiebt das Screening um ein Jahr nach hinten. Und Beschwerden klärt die Praxis direkt, das Screening ist dafür nicht gedacht.

Warum ist die Mammographie umstritten?

Weil sie hilft und dabei auch schadet, und beides lässt sich zählen. Der Gemeinsame Bundesausschuss legt jeder Einladung eine Entscheidungshilfe bei. Die Zahlen daraus, jeweils für 1.000 Frauen:

Eine Screening-Runde
ErgebnisFrauen von 1.000
unauffällig970
auffällig30
davon ohne Brustkrebs (Fehlalarm)24
davon mit Brustkrebs6
Brustkrebs in den zwei Jahren bis zur nächsten Einladung2
25 Jahre regelmäßige Teilnahme, von 50 bis 75
ohne Screeningmit Screening
sterben an Brustkrebs2416 bis 21
bekommen die Diagnose Brustkrebs59 bis 6374

Gelesen heißt das: 3 bis 8 von 1.000 Frauen bleibt der Tod durch Brustkrebs erspart. Bei 11 bis 15 von 1.000 wird ein Krebs gefunden und behandelt, der ihnen zu Lebzeiten nie Probleme gemacht hätte. Das nennt man Überdiagnose. Bei etwa einer von sechs Diagnosen ist es eine Vorstufe in den Milchgängen. Die Röntgenstrahlung trägt über 25 Jahre bei weniger als einer von 1.000 Frauen zur Entstehung von Brustkrebs bei.

Internationale Auswertungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, wie groß der Nutzen ist. Die deutsche Rechnung nennt deshalb Spannen statt einer einzigen Zahl. Wie jemand die beiden Seiten gewichtet, ist eine persönliche Sache. Die Entscheidungshilfe liegt dem Brief bei, zum Lesen am Küchentisch. 2023 ging gut jede zweite eingeladene Frau hin.

Und das Abtasten beim Frauenarzt?

Das läuft unabhängig davon weiter. Ab 30 gehört einmal im Jahr das Abtasten der Brust und der Lymphknoten in der Achsel zur Früherkennung, mit einer Anleitung zum Selbstabtasten. Eine obere Altersgrenze gibt es dafür nicht. Die Mammographie ändert an diesem Anspruch nichts. Welche Impfungen ab 60 zur Vorsorge gehören, steht auf der Seite Grippeimpfung ab 60: wann, welcher Impfstoff, wer zahlt.

Häufige Fragen

Mammographie mit 60: alle zwei Jahre oder öfter?

Alle zwei Jahre, wie mit 50. Frühestens 22 Monate nach der letzten Screening-Mammographie ist der nächste Termin möglich.

Muss ich hingehen?

Nein. Die Teilnahme ist freiwillig. Nach einer Absage kommt zwei Jahre später wieder ein Brief, ohne Folgen für die Versicherung.

Bekomme ich mit 75 noch einen Termin?

Ja, bis zum Tag vor dem 76. Geburtstag besteht der Anspruch. Je nach Bundesland über den Brief oder über die Anmeldung bei der Zentralen Stelle.

Wann kommt das Ergebnis?

Innerhalb von sieben Werktagen soll es da sein. Ein unauffälliger Befund kommt als Brief.

Zuletzt geprüft am 24.09.2026

Kennst du jemanden, den das betrifft? Schick den Artikel weiter.

Sven Schultz, Gründer von gen50

Gründer von gen50

Sven Schultz

Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.

Schreib mir

Mehr zum Thema