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Gesundheit · Vorsorge

Grippeimpfung ab 60: wann, welcher Impfstoff, wer zahlt

Ab 60 empfiehlt die Ständige Impfkommission die Grippeimpfung einmal im Jahr, am besten zwischen Oktober und Mitte Dezember. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt sie. Ab 60 gibt es dafür eigene Impfstoffe, eine Hochdosis-Variante und eine mit Wirkverstärker. Beide gelten als gleichwertig. Der volle Schutz steht nach 10 bis 14 Tagen.

Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, Robert Koch-Institut, Paul-Ehrlich-Institut, Schutzimpfungs-Richtlinie

Auf einen Blick

Stimmt

  • Die Empfehlung gilt jeden Herbst neu
  • Ab 60 gibt es stärkere Impfstoffe als für Jüngere
  • Die Impfung geht auch in der Apotheke
  • Grippe und Corona gehen am selben Termin

Stimmt nicht

  • Die Grippeimpfung kann eine Grippe auslösen
  • Eine Impfung hält mehrere Winter
  • Wer geimpft ist, bekommt sicher keine Grippe
  • Nach Weihnachten ist es zu spät
Standardimpfung
ab 60, empfohlen seit 1982
Bester Zeitraum
Oktober bis Mitte Dezember
Schutz
nach 10 bis 14 Tagen
Dosis
eine pro Saison
Wirksamkeit
je nach Saison 20 bis 60 Prozent
Geimpft ab 60
etwa ein Drittel

Ab welchem Alter ist die Grippeimpfung empfohlen?

Ab 60, für alle. Die Ständige Impfkommission führt sie für diese Altersgruppe als Standardimpfung, und zwar schon seit 1982. Ab dieser Grenze gilt die Empfehlung ohne weitere Bedingung.

Unter 60 gilt sie, wenn eine chronische Erkrankung dazukommt: an Atemwegen und Lunge, auch Asthma und COPD, an Herz und Kreislauf, Leber oder Niere. Dazu Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, Übergewicht ab einem BMI von 30, chronische neurologische Erkrankungen sowie ein geschwächtes Immunsystem. Empfohlen ist die Impfung außerdem für Menschen, die mit einer gefährdeten Person im Haushalt leben oder sie betreuen, und für Beschäftigte im Gesundheitswesen.

Und mit 55, ganz ohne Diagnose? Dann ist die Impfung keine Standardimpfung. Die Ständige Impfkommission rät aber auch nicht davon ab. Viele Arbeitgeber bieten sie im Herbst an, die Kostenfrage klärst du dann mit deiner Kasse.

Zum Ausprobieren

Impf-Check nach Alter

Ein Feld, auf Wunsch zwei. Dann siehst du, welche Standardimpfungen die Ständige Impfkommission für dein Alter nennt.

Ergebnis

63 Jahre

Mit 63 gehören diese Impfungen zu den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission für deine Altersgruppe.

  • Grippeab 60 Standard, darunter bei chronischer Erkrankungeinmal im Jahr, am besten Oktober bis Mitte Dezember, ab 60 mit Hochdosis-Impfstoff oder mit Wirkverstärker
  • Pneumokokkenab 60 Standard, in jedem Alter bei bestimmten Grunderkrankungeneinmal. Nach einer früheren Impfung mit dem älteren Impfstoff frühestens sechs Jahre danach. Zu einer Auffrischung gibt es noch keine Aussage
  • Gürtelroseab 60 Standard, ab 18 bei geschwächtem Immunsystem oder schwerer Grunderkrankungzwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten. Nach einer Gürtelrose sechs bis zwölf Monate Abstand
  • Tetanus und Diphtheriefür alle Erwachsenenalle zehn Jahre auffrischen. Die nächste fällige Auffrischung einmal zusätzlich mit Keuchhusten

RSV und COVID-19 sind ab 75 Standard. Zwischen 60 und 74 gelten sie bei einer schweren Grunderkrankung oder für Menschen im Pflegeheim. Grippe, Corona und Pneumokokken gehen am selben Termin.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, Stand 24.09.2026 Hinweis: Die Angaben dienen nur der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob und wann du impfst, klärst du in der Praxis.

So wird eingeordnet: Das Alter und die Angabe zur Erkrankung werden den Standard- und Indikationsimpfungen der Ständigen Impfkommission zugeordnet. Ab 60 gelten Grippe, Pneumokokken und Gürtelrose als Standard, ab 75 kommen RSV und COVID-19 dazu. Tetanus und Diphtherie gelten für alle Erwachsenen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Oktober bis Mitte Dezember. So nennt es das Robert Koch-Institut. Die Grippewelle steigt meist ab dem Jahreswechsel an und erreicht danach ihren Höhepunkt. Der Körper braucht 10 bis 14 Tage, bis der Schutz aufgebaut ist. Der Oktobertermin im Wartezimmer passt also gut: Wenn im Dezember die Enkel mit der ersten Erkältung zu Besuch kommen, steht der Schutz längst.

Eine Dosis pro Saison reicht. Eine zweite ist bei Erwachsenen nicht vorgesehen.

Ist eine Grippeimpfung jetzt noch sinnvoll?

Auch im Januar kann sie das sein. Das Robert Koch-Institut hält das Nachholen zu Beginn und auch im Verlauf der Grippewelle für sinnvoll. Manche Winter haben eine zweite Welle, im Jahr 2023 etwa noch im März. Die 10 bis 14 Tage bis zum vollen Schutz gelten dann genauso.

Bei Fieber ab 38,5 Grad oder einer schweren akuten Infektion wird nicht geimpft. Die Impfung wird dann nachgeholt. Ein leichter Schnupfen ist kein Hinderungsgrund.

Wo kann ich die Grippeimpfung machen lassen?

In der Hausarztpraxis und seit 2022 auch in der Apotheke, dort für alle ab 18. Viele Arbeitgeber impfen im Herbst im Betrieb, etwa beim betriebsärztlichen Dienst.

Wer zahlt die Grippeimpfung ab 60?

Die gesetzliche Krankenkasse. Die Grippeimpfung ab 60 steht in der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, und daraus folgt der Anspruch jedes gesetzlich Versicherten. Das gilt ausdrücklich für die beiden Impfstoffe ab 60. Unter 60 zahlt die Kasse ebenso, wenn eine der genannten Erkrankungen vorliegt.

Für privat Versicherte hängt es vom Tarif ab. Eine gesetzliche Vorgabe gibt es dort nicht, viele Versicherer richten sich aber nach der Ständigen Impfkommission. Was gilt, steht in den Bedingungen des Tarifs.

Welcher Impfstoff wird ab 60 verwendet?

Einer von zweien, und die Ständige Impfkommission stellt sie gleich. Der Hochdosis-Impfstoff enthält 60 Mikrogramm Antigen je Virusstamm, der Standardimpfstoff 15. Er ist ab 60 zugelassen. Der andere enthält die üblichen 15 Mikrogramm, dazu den Wirkverstärker MF59. Er ist ab 50 zugelassen. Hochdosis gibt es für diese Altersgruppe seit dem Winter 2021/22, die Variante mit Wirkverstärker kam zur Saison 2025/26 dazu.

Den normalen Standardimpfstoff gibt es ab 60 nur noch als Ausnahme. Etwa dann, wenn jemand auf eine frühere Impfung stark reagiert hat, oder bei einem Lieferengpass.

Wie gut wirkt die Grippeimpfung ab 60?

Sie senkt das Risiko. Sicher schützt sie nicht, und wie viel sie bringt, schwankt von Winter zu Winter. Das Robert Koch-Institut fasst Studien aus Europa und den USA für die Saisons 2010/11 bis 2019/20 zusammen. Je nach Jahr verhinderte die Impfung 20 bis 60 Prozent der Arztbesuche wegen einer im Labor bestätigten Grippe. Die Spanne hat einen Grund: Die Viren verändern sich, und der Impfstoff trifft sie nicht jedes Jahr gleich gut.

Ein Cochrane-Review mit acht Studien und über 5.000 Menschen ab 65 zeigt dieselbe Richtung. In einer Saison bekamen 6 von 100 Ungeimpften eine Grippe, von den Geimpften 2,4. Die Studien sind allerdings alt, sie stammen aus den Jahren 1965 bis 2000. Ob die Impfung Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle verhindert, lässt sich aus diesen Daten nicht belastbar sagen.

Mit den Jahren reagiert das Immunsystem schwächer auf Impfstoffe. Genau dafür gibt es die stärkeren Varianten. Die größte Einzelstudie zum Hochdosis-Impfstoff lief mit knapp 32.000 Menschen ab 65 in den USA und Kanada. Mit Hochdosis erkrankten 1,4 Prozent an einer laborbestätigten Grippe, mit dem Standardimpfstoff 1,9 Prozent. Das ist rund ein halber Prozentpunkt. Bezahlt hat die Studie der Hersteller. Die Ständige Impfkommission nennt den Vorteil beider Impfstoffe ab 60 „geringfügig, aber signifikant“. Zwischen Hochdosis und Wirkverstärker fand eine Beobachtungsstudie nur kleine Unterschiede, die statistisch nicht gesichert sind.

Welche Nebenwirkungen hat die Grippeimpfung ab 60?

Meist den Arm am nächsten Morgen. Die Einstichstelle schmerzt, ist manchmal gerötet oder geschwollen. Gelegentlich kommen Fieber, Frösteln, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen dazu. Nach ein bis zwei Tagen ist das meist vorbei.

Die beiden Impfstoffe ab 60 lösen solche Reaktionen etwas häufiger aus als der Standardimpfstoff. Seltene schwere Nebenwirkungen wurden dabei nicht berichtet. Für den Impfstoff mit Wirkverstärker nennt die europäische Zulassung bei Menschen ab 65 diese Werte: Schmerz an der Einstichstelle bei 32 von 100, Müdigkeit bei 16, Muskelschmerzen bei 15, Kopfschmerzen bei 13. Zwischen 50 und 64 hatten 47 von 100 Schmerzen an der Einstichstelle, die Jüngeren spüren es also eher mehr.

Eine Grippe kann die Impfung nicht auslösen. Es ist ein Totimpfstoff. Über Nebenwirkungen wacht in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut.

Kann ich mich gleichzeitig gegen Corona oder Pneumokokken impfen lassen?

Ja, bei beiden. Grippe und Corona gehen am selben Termin, ohne Abstand, in verschiedene Arme. Der ideale Zeitpunkt liegt allerdings nicht gleich: Corona eher im Spätsommer und Frühherbst, Grippe im Herbst und Winter. Die Pneumokokken-Impfung ist ab 60 ebenfalls Standard und kann am selben Tag gegeben werden. Das passt, denn nach einer Grippe kommen Pneumokokken-Infektionen häufiger vor.

Auch die RSV-Impfung auf Eiweißbasis lässt sich mit der Grippeimpfung kombinieren. Für die RSV-Impfung auf mRNA-Basis gibt es dazu noch keine Daten.

Warum muss ich mich jedes Jahr impfen lassen?

Weil sich die Grippeviren laufend verändern. Die Weltgesundheitsorganisation legt die Zusammensetzung des Impfstoffs jedes Jahr neu fest, für die Nordhalbkugel meist im Februar. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die jährliche Impfung auch dann, wenn die Zusammensetzung gleich bleibt.

In Deutschland ist ab 60 etwa ein Drittel geimpft, in den Sechzigern weniger als mit 70 oder 80. Die Europäische Union hat sich 75 Prozent vorgenommen. Davon ist Deutschland ein gutes Stück entfernt. Zur Vorsorge mit fester Altersgrenze gehört auch die Brust-Früherkennung, dazu die Seite Mammographie: ab wann, wie oft, bis wann.

Häufige Fragen

Ab wann kann ich mich gegen Grippe impfen lassen?

Im Herbst. Am besten passt der Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember. Der volle Schutz steht 10 bis 14 Tage nach der Impfung.

Ist die Grippeimpfung ab 65 anders als ab 60?

Nein. Die Empfehlung und die beiden Impfstoffe gelten ab 60 gleich. Die große Studie zum Hochdosis-Impfstoff lief allerdings mit Menschen ab 65.

Ich habe eine Hühnereiweiß-Allergie. Geht die Impfung trotzdem?

Bei einer leichten Allergie gehen alle Impfstoffe. Nach einer schweren allergischen Reaktion gibt es einen Impfstoff, der ohne Hühnerei hergestellt wird.

Brauche ich die Impfung vor einer Reise?

Ab 60 hält die Ständige Impfkommission die Impfung vor Reisen für empfehlenswert, wenn in der laufenden Saison noch kein Schutz besteht.

Zuletzt geprüft am 24.09.2026

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Sven Schultz, Gründer von gen50

Gründer von gen50

Sven Schultz

Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.

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