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Gemeinsam

Neue Freunde finden mit 50 oder 60

56,2 Prozent der 40- bis 85-Jährigen zählten 2014 Freundinnen und Freunde zu ihrem engsten Kreis, 1996 waren es 46,1 Prozent. Das zeigt der Deutsche Alterssurvey, neuere Zahlen dazu gibt es nicht. Neue Freunde findet man mit 50 oder 60 dort, wo man dieselben Menschen immer wieder trifft: im Chor am Donnerstagabend, in der Laufgruppe am Sonntagmorgen, beim Ehrenamt im Tierheim.

Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Deutscher Alterssurvey 2014 und 2002, Deutscher Freiwilligensurvey 2024, Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbunds 2025

Auf einen Blick

Stimmt

  • Freundschaften sind in der zweiten Lebenshälfte wichtiger geworden
  • Wer ein Ehrenamt beginnt, kommt meist über Freunde oder Bekannte dazu
  • Fast die Hälfte hat enge Kontakte zu Nachbarn

Fakten

  • 61,6 Prozent verbrachten 2014 Freizeit mit Freunden
  • 45,6 Prozent haben enge Kontakte in der Nachbarschaft
  • in Sportvereinen sind die 41- bis 60-Jährigen die größte Gruppe

Wie findet man mit 60 neue Freunde?

Über etwas, das man gemeinsam tut, und das regelmäßig. Freundschaft entsteht selten beim ersten Treffen. Sie wächst beim dritten, vierten, zehnten Mal, wenn man sich im Flur des Vereinsheims schon zunickt, bevor man den Namen kennt. Deshalb tragen feste Termine weiter als einzelne Abende: die Probe jeden Donnerstag, die Runde um den See jeden Sonntag, der Kurs, der ein ganzes Semester läuft.

Im Deutschen Alterssurvey hat sich der Blick auf Freunde zwischen 1996 und 2014 deutlich verschoben. Fast zwei Drittel der 40- bis 85-Jährigen verbrachten 2014 Freizeit mit Freunden, 61,6 Prozent, 1996 war es etwa die Hälfte. Rat holten sich 39,3 Prozent bei Freunden, Trost 35,7 Prozent. Das Deutsche Zentrum für Altersfragen fasst es so zusammen: Freunde sind in der zweiten Lebenshälfte wichtiger geworden.

Wo lernt man mit 50 neue Leute kennen?

Eine repräsentative Studie dazu, wo Menschen mit 50 oder 60 ihre Freunde kennenlernen, haben wir nicht gefunden. Was man sagen kann: Die Orte, an denen man sich immer wieder sieht, sind gut besucht.

Orte, an denen man sich regelmäßig trifft
OrtWie es dort läuft
SportvereinTraining zu festen Zeiten, danach oft noch ein Getränk im Vereinsheim. Die 41- bis 60-Jährigen stellen 23,2 Prozent der Mitgliedschaften im organisierten Sport, über 60 sind es 20,0 Prozent
Laufgruppe, WandergruppeTreffpunkt am Parkplatz, gleiches Tempo, Gespräche nebeneinander statt gegenüber
Chor, Musikvereinwöchentliche Probe, zwei Konzerte im Jahr, dazwischen die Weihnachtsfeier
Kurs an der Volkshochschuleein Semester lang dieselben Gesichter, ob Spanisch, Töpfern oder Holzwerkstatt
Ehrenamteine gemeinsame Aufgabe, ein fester Dienstplan, und oft ein Kaffee danach
NachbarschaftHoffest, Straßenfest, der Schlüssel, den man für den Urlaub dalässt

Die Zahlen zum Sport kommen vom Deutschen Olympischen Sportbund und zählen Mitgliedschaften, nicht Personen. Wer in zwei Vereinen ist, zählt zweimal.

Wie hilft ein Ehrenamt beim Freunde finden?

Ehrenamt und Freundschaft hängen eng zusammen, meist in der Richtung, die man nicht erwartet. Im Freiwilligensurvey 2024 sagen 48 Prozent der Engagierten, dass sie über Freunde oder Bekannte dazugekommen sind, die schon dabei waren. Der Weg läuft also oft über jemanden, den man schon kennt, und dort trifft man dann die nächsten.

Welche Bereiche zu dir passen könnten, zeigt der Test auf der Seite Ehrenamt im Ruhestand: was zu dir passt. Gassigehen fürs Tierheim bringt andere Menschen zusammen als die Kasse im Heimatverein.

Wie findet man nach einem Umzug neue Freunde?

Über dieselben Orte, nur mit einem Vorsprung für das Naheliegende. Die Nachbarschaft ist nach einem Umzug der erste Kreis, ob man will oder nicht: der Mann von gegenüber, der beim Tragen der Kartons hilft, die Frau, die fragt, ob der Name am Briefkasten schon stimmt. Daraus wird selten sofort eine Freundschaft, aber oft der erste Tipp, wo die Laufgruppe startet oder welcher Chor noch Tenöre sucht.

Danach hilft, was schon zu Hause Spaß gemacht hat. Wer in der alten Stadt gesungen hat, findet in der neuen einen Chor. Wer Doppelkopf spielt, findet eine Runde. Der Verein ist anders, das Hobby ist dasselbe, und genau das gibt den ersten Gesprächsstoff.

Wie wird aus Bekannten eine Freundschaft?

Mit Zeit und mit einem zweiten Treffen außerhalb des festen Termins. Das kann die Frage nach der Chorprobe sein, ob noch jemand mit zum Italiener an der Ecke kommt. Oder die Nachricht an die Frau aus dem Töpferkurs, dass am Samstag Keramikmarkt ist. Einer fängt halt an. Oft sind die anderen froh, dass es nicht sie sein mussten.

Auch die Nachbarschaft zählt. 45,6 Prozent der 40- bis 85-Jährigen hatten 2014 enge Kontakte zu Nachbarn. In ländlichen Kreisen waren es bis zu 49,2 Prozent, in Großstädten 39,4 Prozent. Manche Freundschaft beginnt am Gartenzaun, mit einer Tüte Äpfel vom eigenen Baum.

Werden Freundschaften mit den Jahren wichtiger?

Ja, das zeigen die Daten des Alterssurveys. Freunde gehören heute häufiger zum engsten Kreis als in den Neunzigern, und sie sind öfter die, mit denen man Freizeit verbringt oder etwas bespricht. Ältere Auswertungen des Surveys aus den Jahren 1996 und 2002 fanden außerdem, dass das persönliche Netz zwischen Mitte 40 und Mitte 70 weitgehend gleich groß bleibt.

Häufige Fragen

Gibt es eine App, um neue Freunde zu finden?

Es gibt Apps und Portale, über die man Leute für Wanderungen, Kino oder Kochabende findet. Einen unabhängigen Vergleich haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir hier keine Namen. Viele Vereine, Chöre und Laufgruppen stellen ihre Termine auch auf die Seite ihrer Stadt oder Gemeinde.

Wie viele Freunde hat man mit 60?

Eine Zahl für genau dieses Alter gibt keine Studie her, die wir geprüft haben. Belegt ist: 2014 zählten 56,2 Prozent der 40- bis 85-Jährigen Freundinnen und Freunde zu ihrem engsten Kreis.

Wie spreche ich jemanden aus dem Kurs an, ohne dass es komisch wird?

Mit etwas, das ihr ohnehin teilt. Die Frage, ob jemand die Notizen von letzter Woche hat. Der Hinweis auf die Ausstellung, die zum Kursthema passt. Ein Vorschlag, nach dem Termin noch einen Kaffee zu trinken, ist unter Erwachsenen keine große Sache.

Wo treffe ich Leute für gemeinsame Unternehmungen?

Überall, wo es feste Termine gibt: im Sportverein, in Lauf- und Wandergruppen, im Chor, in Kursen der Volkshochschule, im Ehrenamt. Dort sieht man dieselben Menschen immer wieder, und daraus entstehen Verabredungen auch außerhalb des Termins.

Zuletzt geprüft am 25.09.2026

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Sven Schultz, Gründer von gen50

Gründer von gen50

Sven Schultz

Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.

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