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Genuss

DDR-Küche: Welche Gerichte waren typisch, und was steckt dahinter?

Typisch für die DDR-Küche waren Gerichte, die mit einfachen Zutaten satt machten: Jägerschnitzel aus panierter Jagdwurst mit Tomatensoße und Nudeln, Soljanka, Letscho, Broiler, Ketwurst, Senfeier, Schichtkohl und Kalter Hund. Viele kennt man aus der Schulküche, der Kita oder der Gaststätte. Ein Mittagessen in der Schule kostete die Eltern 55 Pfennig.

Von Sven Schultz Zuletzt geprüft am Grundlage: Verordnung über die Schüler- und Kinderspeisung von 1975, Statistische Jahrbücher der DDR

Auf einen Blick

Stimmt

  • Das DDR-Jägerschnitzel ist aus Jagdwurst
  • Bananen gab es, aber selten
  • Das Schulessen hatte feste Vorgaben

Stimmt nicht

  • In der DDR gab es nie Bananen
  • Jägerschnitzel ist in Ost und West dasselbe Gericht
Schulessen
55 Pfennig, im Kindergarten 35
Bananen je Kopf und Jahr
1978 6,3 kg, 1988 nur noch 2,8 kg
Einwohner 1989
16,4 Millionen Menschen in der DDR

Welche Gerichte gehören zur DDR-Küche?

Die Klassiker
GerichtWas es istWas dahintersteckt
Jägerschnitzelpanierte, gebratene Scheibe Jagdwurst, dazu Tomatensoße und Nudelnim Westen ist Jägerschnitzel Fleisch mit Pilzsoße, zwei Gerichte mit einem Namen
Soljankakräftige, säuerliche Suppe mit Wurst oder Fleisch, sauren Gurken und saurer Sahnedas Wort kommt aus dem Russischen
Letschogeschmortes Gemüse aus Paprika, Tomaten und Zwiebelnein ungarisches Gericht, auch das Wort ist ungarisch
BroilerBrathähnchen vom Grilldas Wort kommt aus dem Englischen, von „to broil“, braten
KetwurstBockwurst in einem ausgehöhlten Brötchen mit Ketchupder Name aus Ketchup und Wurst, die Ost-Berliner Antwort auf den Hotdog
Senfeierhart gekochte Eier in heller Senfsoße mit Kartoffelnein Gericht aus der Schulküche, günstig und schnell
SchichtkohlWeißkohl und Hackfleisch in Schichten geschmortEintopfküche für viele Esser
Kalter HundKuchen aus Butterkeksen und Schokoladencreme, ohne Backenfür Kindergeburtstage, im Kühlschrank fest geworden

Wie alt einzelne Gerichte sind und wie sie in die DDR kamen, wird oft erzählt, ist aber selten belegt. Wir lassen die Geschichten deshalb weg, bis es eine verlässliche Quelle gibt.

Was gab es in der Schulspeisung?

Ein warmes Mittagessen mit festen Regeln. Die Verordnung über die Schüler- und Kinderspeisung von 1975 legte den Preis fest: 55 Pfennig je Mahlzeit in der Schule, 35 im Kindergarten. Bis zu zehn Prozent der Kinder konnten das Essen kostenlos oder verbilligt bekommen, etwa wenn die Familie wenig Geld oder viele Kinder hatte. Auch die Menge war vorgeschrieben: für die Klassen 1 bis 6 im Schnitt 690 Kilokalorien je Mahlzeit, für die Älteren 840.

Wer damals mit dem Essenmarken-Heft in der Schlange stand, erinnert sich an Senfeier, Nudeln mit Tomatensoße und Grießbrei. Und an den Geruch des Speisesaals, den man mit geschlossenen Augen wiedererkennt.

Gab es in der DDR Bananen?

Ja, aber selten und nicht überall. Nach den Statistischen Jahrbüchern der DDR kamen 1978 im Schnitt 6,3 Kilogramm Bananen auf jeden Einwohner, 1988 nur noch 2,8 Kilogramm. „Keine Bananen“ ist also ein Mythos. „Kaum Bananen“ trifft es besser.

Wer kocht die DDR-Küche heute?

Alle, die mit ihr groß geworden sind, und viele, die sie neugierig nachkochen. 1989 lebten 16,4 Millionen Menschen in der DDR. Wer zwischen 1949 und 1990 dort geboren ist, ist heute zwischen 36 und 77 Jahre alt. Für viele ist ein Teller Soljanka deshalb kein Rezept, sondern ein Stück Kindheit.

Häufige Fragen

Was war das typischste Essen in der DDR?

Ein einzelnes gibt es nicht. Zu den bekanntesten gehören Jägerschnitzel aus Jagdwurst mit Tomatensoße und Nudeln, Soljanka, Broiler, Senfeier und Kalter Hund. Viele davon gab es in Schulküchen, Kitas und Gaststätten.

Was ist das DDR-Jägerschnitzel?

Eine dicke Scheibe Jagdwurst, paniert und gebraten, dazu Tomatensoße und Nudeln. Im Westen heißt Jägerschnitzel etwas anderes: ein Schnitzel aus Fleisch mit Pilzsoße.

Was kostete das Schulessen in der DDR?

55 Pfennig je Mahlzeit, im Kindergarten 35 Pfennig. So stand es in der Verordnung über die Schüler- und Kinderspeisung von 1975. Bis zu zehn Prozent der Kinder bekamen das Essen kostenlos oder verbilligt.

Zuletzt geprüft am 23.09.2026

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Sven Schultz, Gründer von gen50

Gründer von gen50

Sven Schultz

Hi, ich bin Sven. Ich mache gen50 von der schönen Spree aus. Ich bin mittlerweile selbst auf dem Weg zur 50. Ich schreibe über alles, was mich interessiert: Reisen, guter Wein, Finanzen, mein Garten, KI und gesund bleiben. Viel Spaß beim Lesen. Wenn was ist, schreib mir.

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